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Loin des yeux, loin du coeur…

„Aus den Augen aus dem Sinn“ – Tatsächlich? – Sieht stark danach aus…

Frisch aus Paris zurückgekehrt, den Geschmack seiner Lippen noch auf den meinen, seine wunderschöne sanft-männliche R’n’B-Singstimme in den Ohren und unsere romantisch-tiefgründigen Themen im Kopf, verfasste ich diesen übereifrigen Beitrag, woraufhin ein paar von euch ihn – bzw. seine ursprüngliche Version – lasen und sogar auf „Gefällt mir“ klickten. Ein paar Tage später schaute ich mir diesen Text wieder an. Plötzlich fühlte ich mich wie der größte Vollidiot aller Zeiten. Zu Recht fragte ich mich daraufhin, wie man mit 30 Jahren nur immer noch dermaßen naiv sein kann und änderte den Beitragsstatus von „veröffentlicht“ zu „Entwurf“.

Die Chemie schien perfekt und er mich wirklich zu mögen, doch seit vier Tagen hat er mich vergessen. Es könnte möglicher Weise auf mein unfassbar hohles Verhalten zurückgeführt werden: Nach ein paar Tagen Friede, Freunde, Eierkuchen zwischen Paris und London thematisierte ich die Herausforderung in Kontakt zu bleiben während wir in unterschiedlichen Ländern leben und offenbarte ihm praktisch, dass ich in ihn verliebt bin und mein Leben für eine Fernbeziehung mit ihm geben würde… Ich sagte ihm, dass ich ihn vermisse und fragte ihn, ob er mich denn schon vergessen habe. Daraufhin äußerte er sich nicht all zu ausführlich, seine Hauptaussage war: „Ich habe dich nicht vergessen, jedoch muss ich dich sehen, um Gefühle und Verlangen aufbringen zu können.“ Ich laberte Müll und schickte ihm ein paar Fotos und Videos von mir und meiner Stadt – ich bin echt schlimmer als Kate Hudson in „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen“. Anschliessend schwiegen wir beide zwei Tage lang, woraufhin er dann schrieb „Ich bin noch am Leben, aber sehr beschäftigt. Ich werde dir heute Nacht antworten und alles erklären. Habe einen schönen Abend, Sweety“ und sich anschliessend die nächsten fünf Tage nicht meldete. Bis heute. Ich habe mich verhalten wie ein Lamm, das sich selbst erlegt und sich dann sterbend vor die Pfoten des Löwen wirft, anstatt sich wie jedes vernünftige Lamm jagen zu lassen. Dummes verliebtes Lamm. Selbst schuld.

Ein kleiner Auszug aus dem ursprünglichen Beitrag:

„Warum sehe ich dann immer noch das magische Funkeln seiner Augen klar vor mir? Warum sitze ich hier absolut nichtsnutzig auf Arbeit herum und kann an nichts anderes denken als an die schönsten und tiefsten Augen, in die ich jemals blicken durfte?

Noch nie hatten andere Augen eine solche Wirkung auf mich, noch nie habe ich so ein Funkeln gesehen und das Gefühl gehabt, dass Magie im Spiel sein muss.

Oh mein Gott…Brida…oh mein Gott…!

In Paolo Coelho’s Buch „Brida“ meint der Zauberer,  dass man seinen Seelenpartner am „funkeln im Auge“ erkennen kann. Wenn dieser Zauberer Recht hat, dann habe ich meinen Seelenverwandten am Samstag, den 17. Oktober 2015 um 22:50 in Paris am Gare d’Austerlitz getroffen. Um 23:07 verliess er den Zug unseres Schicksals mit einem Lächeln, meiner Nummer und der Aussicht auf ein Treffen am nächsten Tag. Eine Station zuvor stieg er zunächst aus, um zu meiner grossen Überraschung wieder einzusteigen und mich anzusprechen nachdem wir einander durch das Zugfenster anlächelten.“

Eine wahre Filmgeschichte. So ein Quatsch.

Warum schöpfen Menschen unentwegt Hoffnung, auch wenn sie immer wieder verletzt und enttäuscht werden?

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Is this love? – Nicht, dass es in diesem abgefuckt-speziellen Fall auch nur den geringsten Unterschied machen würde..

Ich glaube ihr wisst bereits, worum oder besser gesagt um wen es gleich wieder gehen wird. Ich kann an dieser Stelle lediglich mal wieder um Verzeihung bitten und anmerken, dass wir alle unsere kleinen „Problemchen“ haben, über die wir nicht in der Lage sind hinwegzukommen. Aus meiner Sicht ist es wirklich hilfreich, sich mit einem solchen „Problem“ kreativ auseinanderzusetzen. Leider seid ihr, liebste Leser, hierbei die Leidtragenden, die sich das alles durchlesen müssen. However, auf geht’s!

Ich bin Meister darin, mich selbst zu belügen. Ich bin zweifellos dazu in der Lage, realitätsnahe und -ferne Phantasiewelten zu kreieren und diese mir selbst, dem Objekt meiner Begierde und meinem gesamten Umfeld mit großartigem Erfolg zu verkaufen. Unzähligen Menschen habe ich die Hoffnung an wahre Liebe wiedergegeben, während ich sechs Jahre lang von einem Mann – die angebliche „Liebe meines Lebens“ – schwärmte, bei dem ich nach meinem Umzug in sein Land, zehn Monaten Beziehung und sieben Monaten Zusammenwohnen in seiner Eigentumswohnung paralysiert feststellen musste, dass diese „Liebe“ zu 92% auf unseren unschlagbar heißen Nächten und seinem überdurchschnittlich tollen Geschlechtsteil basierte und wir uns ansonsten praktisch null zu sagen hatten – traurig aber leider wahr. Als ich ihn im Januar 2010 traf, schien die Chemie zwischen uns wie nicht von dieser Welt und er zumindest zur Hälfte göttlich. Ich verbrachte Jahre damit, ihn zu lieben, zu vermissen, von ihm zu träumen, Tagebücher über ihn vollzuschreiben, hatte mehrfach angefangen ein Buch über diese „Liebe“ zu verfassen, kreierte ein Twitter-Account mit 550 Tweets und 2531 Followern. Jeder meiner Freunde und meine gesamte Familie kannte „unsere schicksalshafte Geschichte“ dank meines lockeren Mundwerks bis ins kleinste Detail – seit Kurzem wissen sie nun alle Bescheid, dass das Ganze lächerlich gescheitert ist und ich aus der „gemeinsamen“ Wohnung rausgeworfen wurde. Zum Ende hin saß ich inmitten eines riesigen Scherbenhaufens rosaroter Brillengläser. Im Laufe der Monate in der gemeinsamen Wohnung zerbrachen meine ach so geliebten Brillen eine nach der anderen, einige von ihnen schmiss ich höchstpersönlich voller Wucht auf den Asphalt. Bereits im Februar oder März war mir kein einziges Modell meiner Kollektion mehr erhalten geblieben. Ich selbst konnte dieses Theater trotz zunehmenden Hoffnungsverlustes nicht zum zweiten Mal beenden – Weinnachten 2012 hatte ich Niall für einen anderen Mann verlassen, den ich wiederum 1,5 Jahre später für Niall verließ. Hola die Waldfee, die Männer haben es nicht leicht mit mir…!

Der krasse Kontrast zwischen „Wir sind für einander geschaffen, verstehen uns ohne Worte, haben seelisch und körperlich die beste Chemie auf Erden sowie die tollsten tiefsten Gespäche, er ist mein Seelenverwandter und zweifellos die Liebe meines Lebens“ und „Unsere ‚Liebe‘, die eindeutig keine ‚Liebe‘ ist, basiert ausschließlich auf sexueller Anziehung, ansonsten haben wir einander nichts zu sagen oder zu berichten, wir sprechen keine gemeinsame Sprache, sind nicht für einander da und alles andere als ein Team“ gibt mir extrem zu denken.

Seit dem bösen Erwachen mit Niall habe ich mir selbst das Versprechen gegeben, in Zukunft keiner „Pseudo-Liebe“ mehr hinterherzurennen.

Jedes Mal wenn mich also die Sehnsucht nach Tristan überkommt, dann verbiete ich mir zu fühlen was ich fühle, weil ich doch nicht erst den großen Bruder fünf Jahre lang jagen kann und anschließend den kleinen. Das kann unmöglich mein Ernst sein! Ehrlich gesagt habe ich auch keine weiteren fünf Jahre für „Liebesspielchen“ dieser Art übrig – in fünf Jahren bin ich 36 Jahre alt und hoffentlich Ehefrau und Mutter. Ich habe besseres zu tun als in der Ecke zu hocken, zu heulen und darauf zu warten, dass ER begreift, dass unsere Verbindung nicht von dieser Welt war und wohlmöglich für ein ganzes Leben Liebe hätte reichen können…

Trotzdem heule ich manchmal, denn ihn nicht mehr in meinem Leben zu haben tut einfach weh. Das Gefühl ihn schrecklich zu vermissen überkommt mich meist extrem unerwartet – zum Beispiel sitze ich im Bus und höre Musik und plötzlich spielt ein Song, der mich an ihn erinnert…davon gibt es leider viel zu viele. Dann verspüre ich dieses extreme Bedürfnis in seine pechschwarzen Augen zu blicken, seine rauchige Stimme zu hören, sein Lächeln mit der verborgenen Zahnlücke zu sehen, ihm dabei zuzusehen wie er kocht, wie er lustig zu Hip Hop Musik tanzt, wie er raucht, wie er das kleine Seidentuch in der Brusttasche präpariert. Ich vermisse es kranker Weise sogar ihn auf Drogen zu erleben, so voller offener Zuneigung, die er in dem Zustand einfach nicht in der Lage ist zu verbergen. Ich vermisse seine Umarmungen, bei denen eine seiner beiden Hände stets auf meinem Kopf ruht. Das ganze Drama um mich und Niall war diese eine viel zu lange und enge Umarmung wert, die er mir gab als ich an seinem Geburtstag direkt nach Niall’s Schlussmachen in sein Zimmer stürmte und ihn aus Augen voller Tränen anschaute worauf hin er sofort vom Bett aufsprang und mich in seine starken Arme schloss.

Wie toll waren die Zeiten, in denen wir ein gemeinsames Leben hatten mit Aufgaben, die wir für einander erledigten und sowohl Freuden als auch Problemen, die wir stets mit einander teilten. Zeiten, in denen wir uns anschauten und ganz genau wussten, was der andere fühlt. Zeiten, in denen wir uns verstanden fühlten. Wir waren ein Team, ein Team gegen die Welt. Jeden Tag war ich dankbar dafür, dass es diesen Menschen gibt und sein Bett in der gleichen Wohnung steht. So oft dachte ich mir plötzlich „Was wenn er morgen weg ist? Das ertrage ich nicht…“, doch sogleich erinnerte ich mich daran, dass die Wohnung eine Eigentumswohnung ist und er wohl erstmal eine ganze Weile bleiben wird.

Ich liebte es Dinge für ihn zu tun, in meinen Augen hatte er nur das Beste vom Besten verdient und genau das wollte ich ihm jeden Tag geben. Genau so ging es ihm auch…und ich spürte seine Fürsorge jeden einzelnen Tag zu jeder Stunde.

Ist das Liebe? – Verdammt, wenn das keine Liebe ist, dann weiss ich auch nicht was Liebe sein soll. Ich glaube, Liebe ist…wenn die blosse Koexistenz einer Person das Leben mehr erhellt als Küsse, Liebesschwüre, Geschenke von allen anderen…wenn man diese eine Person braucht wie die Luft zum Atmen…wenn jeder Blick, jedes Wort und jede Geste dieser bestimmten Person in der Lage ist das eigene Herz zu erwärmen und mit Liebe zu füllen, einer Liebe die absolut pur ist und nicht verfälscht durch Körperliches…auch wenn man sich nach dem Körperlichen mit Leib und Seele verzehrt, jede einzelne Sekunde mehr und mehr.

Mögen sich unsere Wege nur wieder kreuzen…

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Liebe: Tanz der Seelen.

Leute, ich bin immer noch stark am Hoffen, dass ich nicht „verknallt“ bin. Das kann doch eigentlich gar nicht sein, vor allem nicht bei all dem Auf und Ab; all den Ex-Freunden, den verbotenen Freundschaftslieben, dem kritischen aber höchst amüsanten Kuss-Schlampen-Verhalten an so ziemlich allen Freitagen sowie Samstagen und romantischen Kontakten ins französische Ausland inklusive gebuchter Besuche in sehr naher Zukunft – da bin ich ja mal heilfroh, dass wenigstens Tinder nicht mehr auf der Liste steht. Aus logischer Sicht kann das also nicht sein, dass ich verknallt bin. Klar, aber seit wann ist Liebe logisch? Ich bin auch nur ein Mensch und vielleicht ist es ja ganz natürlich, dass mich seit Ende Mai endlich mal ein Mann als gesamtes Individuum interessiert und nicht nur seine Lippen. Vielleicht sogar so sehr interessiert, dass ich einen meiner regelmäßigen Partyabende dafür ausfallen lassen würde, um mich mit ihm zu treffen?! Oh oh…meine Party-Freundin wird in Tränen ausbrechen!

Spass bei Seite, ich habe mich gestern tatsächlich dabei erwischt, wie ich mir heimlich wünschte, mich mit ihm am Wochenende abends bei ihm zu Hause zu treffen…er hatte mir letztens nämlich erzählt, dass seine Wohnung auf die Themse blickt und dass er einen „Secret-Garden“ direkt am Fluss besitzt. Gott, möge jemand bitte die Kissing-In-The-Rainy-Garden-Bilder aus meinem Kopf eliminieren, ebenso wie die Watching-The-Sunset-In-His-Arms-Bilder. Verdammt, ich brauche das nicht, ich brauche ihn nicht. Wie konnte es passieren, dass ich ihn mag? Hoffentlich kann ich ihn nicht riechen und schmecken! Moment mal…wie komme ich denn jetzt schon auf „schmecken“!?

Ich kenne ihn schon so lange, wie kann es sein, dass sich das Ganze erst jetzt entwickelt? Wir sehen uns seit Juni ungefähr vier Mal die Woche im Fitnessstudio – ich komme um zu trainieren und er ist einer der Personal Trainer, zu meinem größten Schock auch noch mit dem Fokus auf meine größte Leidenschaft und Schwäche: lateinamerikanischer Tanz. Er hatte mich schon gleich nach meiner Anmeldung entdeckt und als erste Person im Studio begonnen mit mir zu sprechen und mich nach relativ kurzer Zeit auch ein wenig in den Arm zu nehmen. So richtig auf ihn fixiert war ich BISHER nicht, aber angeguckt habe ich ihn schon und es fiel mir vor allem in letzter Zeit durchaus auf, dass er definitiv eine meiner größten Motivationen für den Gang ins Studio ist.

To be continued.

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Fallin’…? No no no!

Wir alle kennen wohl diesen ganz bestimmten Moment, in dem man plötzlich (in meinem Fall) mit Schrecken feststellt, dass eine Person, die man seit Längerem kennt und die man von Anfang an durchaus ansprechend aber nicht bildschön fand, auf ein Mal immer wunderschöner zu werden scheint. Meist tritt dieser Moment genau inmitten der heiligen Zeit als entspannter, sorgenfreier und hochbegehrter High Heels tragender Kuss-Schlampen-Single ein, noch deutlich vor der Phase, in der man sich sein Kissen umarmend in mehrere Kuscheldecken wickelt, um sich drei Liebesfilme und eine Jim and berry’s Familienpackung reinzuziehen, während man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass der nicht existierende Partner mit einer Tasse heissen Tee in den Raum kommt, den nicht vorhandenen Kamin anheizt, einen in die starken Arme nimmt und auf die Stirn küsst. Während ich das hier als High Heels tragender Single so schreibe, bin ich der Kaminszene gar nicht mal so sehr abgeneigt, muss ich leider zugeben…STOP!

Zurück zu dem Moment des Schreckens, liebe Freunde…

Wir sind also gerade dabei, von dem besagten Moment überrollt zu werden. Da stehen wir relativ paralysiert vor dem besagten Mann und schauen ein wenig ZU AUFMERKSAM in seinem Gesicht herum. Uns fallen unerwartet die kleinsten Details in dem Antlitz unseres Gegenübers auf; die dunklen geheimnisvoll-verspielten Augen, die uns mal selbstbewusst und dann wieder leicht verunsichert anschauen und ab und an weggucken, als würden sie zu lange ins grelle Licht blicken, die etwas zu vollen geschwungenen Lippen, die obere ein wenig kleiner und dunkler als die in der Mitte leicht pinkfarbene untere, die im Gesicht minimal unreine auf den Armen jedoch samtweiche karibisch-schokoladige Haut, die süße kleine aber breite Nase, und und und…

Wir sind uns dessen absolut bewusst, dass es aus logischer Sicht eigentlich absolut unmöglich ist, dass sich das Aussehen einer Person für uns verändert während es unverändert bleibt. Dies bereitet uns Sorge, denn wir wissen was dahinter steckt, wir wissen es ganz genau: Wir sind ffff..verk…n….verkhhr…verk..naaaaalll…t. Gott bewahre!

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Grab me, take me, make me yours!

Schwer haben wir es, wir alle, oder zumindest die meisten von uns, in dieser Zeit voller unzähliger Optionen. Man muss der Tatsache einfach ins Auge blicken: Wir sehen den Wald vor lauter Bäume nicht und das schon seit einer ganzen Weile, ganz egal ob in London oder Berlin, Lissabon oder Zürich. London hat jedoch in Europa mit Sicherheit mitunter die maximale Anzahl an „Bäumen“ aufzuweisen, inmitten deren man wunderbar feuchtfröhlich herumirren kann bis man eines Tages als 37-jährige unverheiratete, kinderlose Single-Lady ohne jeglichen Immobilienbesitz und vielleicht sogar ohne Marc Jacobs Tasche, Jimmy Choos oder gebuchten Karibik-Urlaub aufwacht und merkt, dass es vielleicht langsam Zeit wird, erwachsen zu werden.

Glücklicher Weise bin ich (erst?!) 30 Jahre alt und habe noch ein wenig Zeit bis zu diesem grauen Tag, der für mich hoffentlich in der eben erläuterten Form niemals eintreten wird. Bis ich 34 bin möchte ich bitteschön zumindest schwanger sein. Was allerdings bedeutet, dass ich es innerhalb der nächsten vier Jahre irgendwie schaffen sollte, meinen Traummann zu finden, zu heiraten und mit ihm ein Kind zu „produzieren“! Ob das wohl machbar ist…? So einfach ist es ja wohl doch nicht, einen Partner fürs Leben zu finden; einen Menschen, dessen Gesicht man froh ist über Jahre hinweg jeden einzelnen Morgen zu sehen – momentan bin ich einfach nur überglücklich in meinem kuscheligen riesigen Bett allein aufzuwachen und ich feiere jeden startenden Tag, an dem Freunde oder Liebhaber, die bei mir übernachtet haben, sich verziehen, einen Menschen, dem man Lust hat jeden Abend ein schmackhaftes Mahl zu zaubern und dieses mit buntem Gemüse zu dekorieren – aktuell schmeisse ich Spinat, Garnelen und ein paar Tomaten in eine Box und nenne dies voller Stolz mein Mittagessen, die einzige Person, die ich versorgen muss, bin ich selbst und das ist gut so, einen Menschen mit dem man sich über Jahre hinweg hinsichtlich jeglicher Verabredungen, Käufe, Reisepläne, Hobbies etc. absprechen muss – hier und jetzt bin ich mein eigener Chef und mache was ich will, wo ich will, wann ich will und mit wem ich will. Die Art wie ich aktuell denke zeigt mir, dass ich zur Zeit wohl nicht bereit bin, jemanden in mein Leben zu lassen. Andererseits kam mir die Tränen als ich sah wie der Schwager meiner besten Freundin sich liebevoll um ihre Kinder kümmerte, da dachte ich nur: „Ich will genau das jetzt und sofort und vielleicht sogar mit ihm“. In solchen Momenten frage mich heimlich, was der Sinn der ganzen Glückseligkeit ist, die ich jedes Wochenende so erlebe. Mit Sicherheit ist es Spass – „Spass“ is eine tolle Sache, aber was habe ich eigentlich davon? Spass verheiratet und schwängert mich nicht, er versüßt mir höchstens meine Zeit. Ich könnte meinem Schicksal oder anderen Menschen die Schuld daran geben, dass ich mich in dieser Situation befinde, jedoch weiss ich insgeheim, dass ich mich selbst dafür entschieden habe, genau dieses Leben zu leben.

Alle klugen, oder eher weisen Frauen haben sich bereits vor einigen Jahren einen tollen Mann „gekrallt“, mit ihm und ihren zwei bis drei bereits laufenden Kindern leben sie nun ein erwachsenes Leben.

Ich werde mir keinen Mann „krallen“, den Fehler um einen Mann zu buhlen mache ich nicht noch mal (siehe Niall), das könnt ihr mir glauben. Die männlichen Vögel führen den Balztanz auf, da hat die Natur sich was bei gedacht. „Krallen“ oder „nicht krallen“, natürlich weiss ich dennoch, dass ich irgendwann wieder eine Beziehung haben werde. Ich weiss auch, dass ich mit meinem Seelenverwandten eine Familie gründen und drei Kindern das Leben schenken werde. Es fällt mir jedoch sehr schwer, mir vorzustellen, wie es wohl dazu kommen wird. Der grosse Wald und all diese Bäume. Auch ich habe – wie alle Londoner Singles – Schwierigkeiten durchzublicken. Es gibt viel zu viele Optionen und es fällt schwer, sich für einen einzigen Weg, beziehungsweise eine einzige Person, zu entscheiden. Ich habe das seltsame Gefühl, dass der richtige Mann mich einfach schnappen und festhalten wird – ein paar Männer hatten mich im Laufe meines Lebens bereits geschnappt, jedoch schaffte es bisher keiner, mich anschliessend auch festzuhalten. Der eine Mann, der in der Lage sein wird sowohl zu schnappen, als auch zu halten wird mir zu sagen:

„Du bist meine Frau und gehörst zu mir. Für immer.“

Und ich werde nicken und meine kleine Hand in die grosse seine legen.

Daraufhin wird er stets an meiner Seite sein und irgendwann nach nicht all zu langer Zeit um meine Hand anhalten und mich schwängern. Mein Gefühl sagt mir, dass ich genau das brauche und dies der einzige Weg sein wird, um mich „zu bekommen“.

Wer wird wohl dieser mutige Mann sein? Ich bin gespannt.

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My happy lonely world.

Lange ist es her, liebe Leser, lange ist es her! Ich bitte euch dafür um Verzeihung. Der Grund für mein Schweigen: Emotionen spielten kaum eine Rolle in den vergangenen Wochen – keine Emotionen, keine Worte.

Ich habe mich noch mehr in London eingelebt, ein paar aufregende berufliche und private Reisen unternommen, durch Meetup eine gleichgesinnte Party-Freundin gefunden und mit Hilfe von Tinder einen Sushi-Kumpel, der eventuell heimlich in mich verliebt ist, mir jedoch dennoch ein toller Freund ist, immer für mich da ist und um die Ecke wohnt, eine lustige französische Mitbewohnerin bekommen, die mich absolut toll findet, ein paar Arbeitserfolge und zahlreiche Parties gefeiert, zwischendurch festgestellt, dass ich viel zu wenig verdiene und mir vorgenommen dies um jeden Preis zu ändern, den Notting Hill Carnival 2015 gerockt, einige exotische Shots wie Tequila-Kaffe (?!) oder Zimt-Whisky (?!) geext und Ummengen an Geld für fancy Essen ausgegeben, mit der 90day BodyChallenge begonnen und diese aus Wut auf den Coach, weil dieser mir vor den 12 anderen Teilnehmern in der WhatsApp-Gruppe mitteilen musste, dass ich „für eine Frau schon super viel esse“, zunächst fast wieder abgebrochen und mich dann doch wieder zusammengerissen, um dabei voll durchzustarten, mich mit meinem vorletzten Exfreund, obwohl dieser eine neue Freundin hat, während meines letzten Berlinbesuchs vier mal getroffen, umarmt und von ihm zum Essen einladen lassen, mich unter vollständiger Abwesenheit von sowohl jeglichem Gefühl, als auch konkreter sexueller Anziehung von ein paar hübschen karibischen Männern küssen lassen und aufgehört zu tindern.

Wie auch immer. Ich liebe Tristan.

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Liebe vor Stolz? 

Liebe Leser,

es tut mir leid, aber ich muss wieder über IHN schreiben, den jüngeren Bruder meiner vermeintlichen grossen Liebe, Tristan. Diese Liebe ist verflossen und es ist nicht übrig geblieben. Nichts, ausser der verzweifelten und aktuell so ziemlich einseitig scheinenden Zuneigung für den besagten Bruder.

Ich habe noch nie zuvor etwas ähnliches für eine Person gespürt, der ich sexuell niemals auch nur ansatzweise nahe war. Ich kann mir das was ich fühle absolut nicht erklären, aber mir ist bewusst, dass mich dieses Gefühl von Innen zerreisst. Ich verzweifle langsam und winde mich in meiner Sehnsucht nach seiner banalen Präsenz hin und her. Ich versuche tagein tagaus eine Lösung zu finden, auch wenn ich leise befürchte, dass es diese aktuell schlicht nicht gibt und auch in Zukunft nicht geben wird. Doch egal wie aussichtslos das alles sein mag, ich kann diesen Menschen nicht aufgeben, niemals. Ich vergesse meinen Stolz für ihn. Eigentlich sollte man für keinen Menschen dieser Welt seinen Stolz vergessen. Ich vergesse meinen Stolz für ihn.

Ich lebe nun so ziemlich genau zwei Monate ohne ihn. Als wir noch zusammen wohnten, war es stets furchtbar, ihn mal ein paar Tage nicht sehen zu können. Um ehrlich zu sein vermisste ich ihn bereits innerhalb der Stunden, die wir beide wochentags auf Arbeit verbrachten und das obwohl wir im Laufe jedes Arbeitstages immer wieder bei WhatsApp texteten und einander E-Mails von unseren Arbeits-Accounts schickten. Ein Mal verabredeten wir uns sogar zum Mittagessen und das obwohl wir ca. 20 Minuten von einander entfernt arbeiten. Auf der riesigen London-Karte schien die zu überwindende Entfernung lächerlich. Wir arbeiteten also „ganz in der Nähe“ von einander, das reichte uns als Grund für ein gemeinsames Mittagessen vollkommen aus. Es war uns natürlich schon bewusst, dass wir uns an dem Tag dieses Lunch-Dates am Morgen und auch wieder am Abend sehen würden, trotzdem machten wir zusätzlich noch einen Treffpunkt um die Mittagszeit aus. So trafen wir uns dann tatsächlich in der Mitte der Luftlinie zwischen unseren beiden Büros, am Ausgang einer Tube-Station, an die ich mich nicht mehr erinnere. Wir beide waren zuvor noch nie dort gewesen und verstanden auf Anhieb, dass es sich ohne Frage um die absolut beschissenste Gegend zum Mittagessen in ganz London handelte, aber das war nun mal wo wir uns trafen und eigentlich war es egal wo wir waren und was wir aßen. So nahmen wir beide unabhängig von einander die Tube und stiegen jeweils ein Mal um, liefen nach Ankunft eine halbe Stunde gemeinsam herum, um ein Restaurant zu finden, aßen dann schließlich irgend etwas relativ genießbares in einer heruntergekommenen aber überteuerten Brasilianischen Kneipe und machten uns anschließend beide auf den Rückweg, um dann nach einer insgesamt zweistündigen Abwesenheit beschämt auf Arbeit aufzutauchen. Bitte versteht mich nicht falsch, liebe Leser, dieses Treffen war rein freundschaflicher Natur. Ich kann es dennoch nicht leugnen, dass ich absolut süchtig danach war und gleichzeitig große Schwierigkeiten damit hatte, ihm tief in die Augen zu schauen, vorallem wenn wir allein waren. Was er fühlte und dachte wird mir wohl für immer verborgen bleiben.

Auch diesen Song schickte er mir mal. Die Message traf mitten ins Herz: 

So schaffte ich es tatsächlich, ihn zu vermissen, während ich mit ihm in einer WG wohnte und täglich mehrere Stunden mit ihm verbrachte. Der Moment an dem er nach Hause kam war magisch. Ich erkannte ihn an dem Geräusch, das seine Schlüssel verursachten als sie energisch in die gläserne Schüssel im Korridor geworfen wurden. Dieser Sound löste bei mir stets leise Euphorie aus. Gleich danach rief er jedes einzelne Mal laut und „rauchig“ zwei Worte in die Wohnung hinein: „EEEEEEEY SVEEEEET“. Und dieses Lächeln, das jedes Mal sein wunderschönes Gesicht umspielte, wenn er mich sah…einfach unbezahlbar. Bitte stellt euch nun vor, als was für eine Ewigkeit mir diese zwei Monate im Vergelich zu den üblichen paar Stunden vorgekommen sein müssen. Es tut so weh, mir fehlen die Worte, um zu beschreiben wie sehr.

Ich hatte ihn nach seiner damaligen Ansage für einige Zeit in Ruhe gelassen, aber irgendwann war ich betrunken und die Sehnsucht überkam mich. Ich shrieb ihm, er antwortete sofort. Wir hatten eine belanglose Konversation, in der wir einander mehrfach fragten, wie es uns geht. Ich erklärte euphorisch, dass bei mir nun alles top sei und er gab zu, dass er zwar „okay“ sei, jedoch nur für den Gedanken lebe, wieder nach Brasilien zu fliegen. Ich sagte viel mehr als er und am Ende ebbte die Konversation einfach ab. Der Moment, an dem er mir zurückschrieb gab mir wieder Hoffnung und ich glaube genau deshalb komme ich jetzt nicht mehr klar. Ich habe mich seit dem mehrfach erniedrigt, in dem ich ihn nach einem Treffen fragte, auch noch mit konkreten Ideen. Meine Nachrichten wurden empfangen und gelesen, zurück kam jedoch nichts. Zudem gab es ja auch noch diese E-Mail, von der ich euch bereits berichtet hatte…

Heute erreichte ich den Gipfel der Würdelosigkeit und rief ihn mit unbekannter Nummer an…Gott sei dank nahm er nicht ab.

Liebe Leser, bitte sagt mir was ich tun soll? Ich muss damit aufhören mich bei ihm zu melden, aber ich kann es einfach nicht lassen. Ich weiß mit 100%-tiger Sicherheit, dass ich für ihn innerhalb des letzten halben Jahres einer der wichtigsten Menschen war. Er stellte mich seinen Kindheitsfreunden und Arbeitskollegen zu deren großem Schock als „beste Freundin“ vor. Ich bin mir sicher, er könnte nicht anders, als mich zu umarmen und wieder mein bester Freund zu werden wenn ich auf ein Mal vor ihm stehen würde. Aber er will es offensichtlich einfach nicht dazu kommen lassen…

Was zur Hölle soll ich nur tun? Würdelosigkeit steht niemandem gut…es ist schäbig. Er muss mich mittlerweile für eine schwache armselige Person halten.  Ich habe überlegt, ihn einfach bis Weihnachten in Ruhe zu lassen und dann spontan anzurufen und mich mit ihm zu treffen. Was haltet ihr von der Idee? Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Wie ist es für euch, Liebe vor Stolz oder Stolz vor Liebe? Ich kann einfach nicht anders als meinen Stolz zu vergessen. Begehe ich damit vielleicht einen schrecklichen Fehler und verliere ihn dadurch immer mehr? Stolz bei Seite. Sollte ich mir nicht vielleicht doch die nachfolgende Weisheit zu Herzen nehmen…?

„Wenn du etwas liebst, lass es los. Wenn es zu dir zurückkommt, gehört es dir für immer. Wenn es nicht zurückkommt, hat es dir nie gehört.“

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How NOT to tinder! 

Männer, ich flehe euch an, bitte hört mir zu und lernt etwas. Lest diesen Beitrag aufmerksam, nehmt meine Ratschläge an und setzt sie um. Ihr werdet sehen, dass ihr auf diese Weise sicherlich „erfolgreicher“ sein werdet als diese ganzen Vollidioten, bei denen ich ständig auf „unmatch“ klicken muss. Und Frauen, ehhhm, ihr wisst sicher wovon ich hier spreche. Um euch an einem realen Beispiel zu verdeutlichen, worauf ich hinaus will, möchte ich eine Tender-Unterhaltung zitieren, die ich heute führen musste. Ich kann jetzt schon mal sagen, dass sie von meiner Seite aus mit einem „unmatch“ endete. Der „match“ ereignete sich heute um 12.37 Uhr, der „unmatch“ geschah eine Stunde später. Bei dem „Kandidaten“ handelte es sich um einen gut aussehenden Mann mit einem tollen durchtrainierten Körper und einem Link zu seiner Homepage auf der er seine selbstgeschriebenen Romane bewirbt. In der Beschreibung unter seinen Fotos gab es einen Hinweis darauf, dass er einer dieser „Tinder-Kinder“ ist, die auf der Suche nach einer Prostituierten sind, die ihre Dienste flexibel, ohne viele Worte und absolut kostenfrei anbietet. Bevor ich nach rechts „swipte“ las ich den Satz „Naughty girls only…“. In diesem Moment befürchtete ich bereits ein wenig, dass der Typ möglicher Weise kein Date wert sein wird. Ich bin dennoch froh, dass ich rechts „swipte“, um mich kurz darauf von ihm zu diesem Beitrag inspirieren zu lassen. 

Er: „Hola chica, how are you? Are you a naughty girl?“

Ich: „What does ’naughty‘ mean for you? If naughty means that I am a girl without class and values and solely here to find a guy for a brainless dirty fuck, then nope. So what is ’naughty‘ out of your perspective?“

Er:“Hahaha okay well firstly when ever I fuck it’s never brainless, I like to use my brain & the senses it controls to explore every inch of a woman’s body with the aim of discovering exactly how to give her the kind of deep powerful satisfaction that lingers long after the moment of climax…Secondly what I meant was a girl who knows how to have a good time and is open to the above once she feels the appropriate chemistry. In short – lady in the street but a freak in the bed.“

Also erstens meint er nicht „freak“ sondern „slag“ und zweitens und drittens wird hier nicht ausreichen, um alles loszuwerden, was ich hierzu zu sagen habe.

Es stellen sich mir auf ein Mal so viele Fragen. Alter falter, was will dieser Mensch mir da verkaufen? Wieso will der Mann stundenlang am Körper einer Wildfremden hocken und diesen mit einem Millimeterband ermessen, geheime Luststellen ausfindig machen und sich von ihr Ratschläge einholen, wie sie diese am Liebsten bearbeitet haben möchte, sodass er sich anschliessend tagelang voller uneigennütziger Freude dem Drücken, Penetrieren, Lecken, Reiben, Kneifen, Küssen und Streicheln dieser Stellen widmen kann, um diese völlig irrelevante Frau, die er wahrscheinlich nie wieder sehen wird vollends zu befriedigen? Hat er nichts besseres im Leben zu tun als das? Ist er so eine selbstlose Seele? Ist Sex neuerdings eine olympische Disziplin und ich ungebildete Person weiss noch nichts davon!? Schreibt er aktuell eine Doktorarbeit über die weibliche Lust? Erhofft er sich tatsächlich, dass diese Frau ihn dann als Dankschön für seine Dienste ebenso beglückt und seinen ihr komplett fremden Körper ableckt? Das ist doch absurd!

In was für einer Welt leben wir heutzutage eigentlich? Früher mussten Männer sich richtig ins Zeug legen um ggf. einen Kuss zu ergattern oder einen Blick auf eine entblößte Schulter zu erhaschen. Sie mussten wochenlang auf die Zusage für ein Date warten, oder sogar noch den alten Herren der Angebeteten um Erlaubnis bitten, dann wenn es endlich soweit sein sollte die Dame von Zuhause abholen und sie zu einer angemessenen Zeit wieder nach Hause bringen, für sie zahlen, sie herumfahren und das alles ohne auch nur den Hauch einer Aussicht auf Sex! Klar gab es damals schon „slags“, aber man wurde als normales Mädel nicht ohne triftigen Grund wie eine behandelt. Doch heute brauchen wir diesen ganzen Quatsch nicht mehr. Warum soll man eine Frau zum Essen einladen? Man wird vom Essen nicht locker oder willenlos und mit vollem Magen lässt es sich nicht gut „vögeln“. Warum soll man mit ihr in den Park? Man kann sie im Park nicht betatschen, zumindest nicht in der Form, in der man es gern hätte. Warum soll man ins Kino? Da wird der Kopf doch nur vom Wesentlichen abgelenkt und wohlmöglich entwickelt sie nach dem Film romantische Gedanken oder gar Gefühle (OMFG)? Bloß keine gemeinsamen Erlebnisse bieten, denn sie könnte denken, dass man sie gern hat. Außerdem könnte sie sich an diesen hohen Datestandard gewöhnen und in Zukunft noch mehr erwarten. Es geht sogar so weit, dass man sie eigentlich nicht mal auf einen Drink in einer Bar einladen möchte. Warum Geld ausgeben, wenn man auch günstig zu Hause saufen kann? Ein weiterer Vorteil des lukrativen Apartment-Dates besteht darin, dass sobald das Schamgefühl anfängt auszusetzen, man direkt in das andere Zimmer wecheln und gleich loslegen kann.

Ihr fragt euch sicher, was ich dem Typen auf die Ausführung seiner meisterhaften sexuellen Dienste, die er mir so selbstlos angeboten hat, bevor er es überhaupt für notwendig gehalten hätte, sich nach meinem Namen zu erkundigen, geantwortet habe kurz vor dem Klick auf „unmatch“. Please see below.

Ich: „Well you know, I truly believe that you guys miss out so many chances because you try to make the girl sign a contract where she declares that she will shag you within the first five sentences you exchange with her. Why don’t you meet up and see what the girl is like first instead of checking out straight away if she is open for a commitment free fuck. How easy are you making it for yourself? And sorry, but what ‚powerful satisfaction‘ can I gain from a guy who just wants to shag me? It’s so poor that kind of tinder sex targeting. I know for sure that those who actually don’t bother to talk all the bullshit of sex as a science and to make promises of providing the girl with the most delightful pleasure she ever experienced are the ones who get to fuck some girls.“

Fazit: Liebe Jungs, wir alle haben mal Bock auf „freie Liebe“, aber bitte beachtet, dass diese Liebe nicht ohne Grund als „frei“ bezeichnet wird. Ihr könnt sie nicht erzwingen, mit uns Termine dafür ausmachen, uns imaginäre Sex-Verträge unterzeichnen lassen, etc. ohne dass wir euch überhaupt jemals zu Gesicht bekommen oder gerochen haben. Wir Frauen brauchen da schon ein wenig mehr, um Lust auf euch zu bekommen, als ein oben ohne Pic und drei dämliche Sätze im Tinder-Chat. Egal wie unverbindlich Sex auch sein mag, bitte vergesst nicht, dass Sex eine Art Magie zwischen zwei Menschen ist, die entsteht, wenn sie entstehen soll und wenn es eine gewisse Vertrautheit und Chemie zwischen diesen beiden Personen gibt. Chemie ist nicht gleich guter Bizeps und definierte Abs. Gemeinsame Erlebnisse und aufregende Momente bringen Menschen in magische Stimmung und diese kann euch für das, was ihr vor habt von Nutzen sein. Also bitte, investiert auch mal ein Bisschen in ein außergewöhnliches Date, vielleicht habt ja sogar ihr anschließend ein wenig mehr Spass und Freude in eurem Leben. Und zuletzt, es wäre cool, wenn ihr nicht vergesst, dass wir primär eigentlich keine Brüste und Ärsche sind, sondern komplexe Persönlichkeiten. Wenn ihr euch für diese Persönlichkeiten mal zu interessieren wagt, könntet ihr wohlmöglich noch in den Genuss eines tiefgründigen Gesprächs kommen bevor ihr süße sündige Liebe macht. 

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Brocut, mitten in’s Herz. 

Als ich gestern in meiner kleinen süssen Fulham-WG-Küche zusammen mit meinem mittlerweile kumpelartigen Tinderdate unbeschwert Lachs zubereitete, waren wir parallel auf der Suche nach einem Musikkompromiss; er steht auf Elvis und Abercrombie-House, so war ihm meine ehrlich-kommerzielle aber durchaus höchst herzerwärmende Spotify-Playlist irgendwie nicht „sophisticated enough“…oh boy! So schaute ich SoundCloud und anschließend auch meine lange Zeit aus gutem Grund unangehörte Youtube Playlist durch, um dort vielleicht etwas zufriedenstellendes aufzuspüren. Dies endete böse.

Plötzlich fiel mir auf, dass ich „literally“ fast jeden einzelnen Song von IHM geschickt bekommen habe. Wenn ich von „IHM“ spreche, dann meine ich nicht meinen Ex. Ich hoffe es leuchtet euch ein.

So klickte ich mich durch Songs wie  „Another love“ und verfiel mehr und mehr in alte Erinnerungen. Dies ging so weit, dass ich meinem „Date“ sogar Fotos auf meinem iPhone und aus meinen WhatsApp Unterhaltungen zeigte, unter anderem aus der mit IHM. Früher hätte ich auch noch hunderte Fotos aus der sogenannten „Best Friends“ WhatsApp-Gruppe, die er vor einiger Zeit für uns erschaffen hatte, aus dem Ärmel schütteln können. Jedoch habe ich diese schweren Herzens von ein paar Wochen gelöscht. Wir „genossen“ hunderte Fotos von mir und dem Menschen, der mir in dem letzten halben Jahr am nächsten stand; wir beide auf zahlreichen Hauspartys, beim gemeinsamen Kochen, Chillen im Park, Kuscheln mit Freundeskindern, beim lustigen Posen und Herumalbern, mit Joint in der Hand und unendlich viel mehr! Mein Tinderdate stellte nüchtern fest „You definitely would have fucked him“ ― viel mehr als das, you have no idea…

Nun sitze ich mit einem leisen Schmerz in meinem Herzen an meinem Arbeitscomputer und meine Finger kribbeln ― ich möchte mich bei ihm melden, ihn irgendwie zurück in mein Leben holen. Ich befinde mich in einem Anfall von Sehnsucht. Ich brauche diesen Menschen komme was wolle in meiner Nähe, habe ihn jedoch seit Anfang Juni nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Er hatte ― kurz nachdem er mir geholfen hatte eine Wohnung zu finden und meine Sachen für mich in die neue Wohnung zu bringen ― einfach den Kontakt zu mir abgebrochen. Er ignorierte mich eine lange Zeit und sagte mir dann irgendwann auf mein Flehen hin, die Sache aufzuklären, dass es angeblich keine richtige Freundschaft gewesen sei, dass wir lediglich Freunde waren, weil wir zwangsläufig in einem Haushalt lebten und dass er es sehr aufwendig findet, die Freundschaft mit mir auf Distanz zu erhalten. Ausserdem teilte er mir mit, dass er in unserer Freundschaft unfassbar viele Extrameilen gegangen sei und dass ich es seiner Meinung nach nicht geschätzt habe, sondern ihn mehr und mehr mit meinen Problemen belastet habe ohne auf seine Situation (BRO CODE technisch?) Rücksicht zu nehmen. Parallel löschte er mich auf Facebook und Instagram. Ich wünschte ich könnte das alles rückgängig machen, doch ich befürchte, dass ich ihn verloren habe und zwar für immer.

So sitze ich also da und spüre dieses Jucken in meinen Fingerspitzen während ich mir eines der Songs anhöre, die er mir schickte mit den immer wiederkehrenden Worten „Svet, you gonna love it“:

https://www.youtube.com/watch?v=mj3hlQkBO4M.

Vollends im Bann der wundervollen Stimme der Leadsängerin öffne ich mein E-Mail-Programm, klicke auf „New email“, schmeisse den Youtube Link in die weisse Leere hinein und und fange an zu tippen. Es gibt nicht viel zu sagen. Nur drei Worte:

I miss you.

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Tinderella

Nachdem sich „das Problem“ nun von allein erledigt hatte, stand ich physisch ganz schön alleine da; 30 Leute zum Anrufen, aber niemand zum gemeinsam in den Park gehen, und das bei 25 bis 30 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein.

Tag ein Tag aus allein zu Hause, doch plötzlich wusste ich mir zu helfen. Man hatte von dieser wundersamen App gehört in den vergangenen Monaten, die einigen zu ein paar netten unverbindlichen „Liebesstunden“ und anderen widerum zu festen Beziehungen oder sogar zu Ehen verholfen haben soll, angeblich. Damals, als man davon zum Ersten Mal hörte, war man vergeben und hätte natürlich niemals daran gedacht, so sich so etwas „zuzulegen“, doch nun stand dem ja offensichtlich nichts mehr im Wege.

Na dann. Tränen weggewischt und die App mit der kleinen süßen Flamme als Icon heruntergeladen, Fotos hinzugefügt, ein paar mal rechts und circa 500 mal links „geswipt“ und schon benachrichtigte mich mein Handy alle paar Minuten. Oh là là, so viele Männer und mit den hübschen fast immer ein Match…! Der eigentliche Grund für den App Download bestand darin, mir selbst zu beweisen, dass mein Verflossener nicht der einzige Mann auf diesem Planeten ist, den ich bis zur Ohnmacht attraktiv finde. Dass es charakterlich deutlich bessere Männer en masse gibt, habe ich seit ich in den vollen Genuss dieses Menschen gekommen bin nie angezweifelt. Trotzdem suchte mich stets die leise aber fürchterliche Angst heim, dass ich in irgend einer kranken Form auf ihn geprägt sein muss und vielleicht nie wieder jemanden finde, der in der Lage sein wird bei mir auch nur annähernd etwas ähnliches auszulösen.

Nach und nach stellte es sich klar heraus, dass es auch andere für meinen Geschmack attraktive Männer auf diesem Planeten UND in London gibt. Nun stellte sich jedoch die Frage, ob es denn inmitten dieser attraktiven plus überraschender Weise meist smarten und dazu noch erfolgreichen Männer auch jemanden geben kann, der so riecht (und ggf. schmeckt), als wäre er für mich geschaffen. Diese kleine Frage Frage sollte mir noch Kopfschmerzen bereiten, so viel kann ich euch schon ein Mal verraten, liebste Leser/innen.

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