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Is this love? – Nicht, dass es in diesem abgefuckt-speziellen Fall auch nur den geringsten Unterschied machen würde..

Ich glaube ihr wisst bereits, worum oder besser gesagt um wen es gleich wieder gehen wird. Ich kann an dieser Stelle lediglich mal wieder um Verzeihung bitten und anmerken, dass wir alle unsere kleinen „Problemchen“ haben, über die wir nicht in der Lage sind hinwegzukommen. Aus meiner Sicht ist es wirklich hilfreich, sich mit einem solchen „Problem“ kreativ auseinanderzusetzen. Leider seid ihr, liebste Leser, hierbei die Leidtragenden, die sich das alles durchlesen müssen. However, auf geht’s!

Ich bin Meister darin, mich selbst zu belügen. Ich bin zweifellos dazu in der Lage, realitätsnahe und -ferne Phantasiewelten zu kreieren und diese mir selbst, dem Objekt meiner Begierde und meinem gesamten Umfeld mit großartigem Erfolg zu verkaufen. Unzähligen Menschen habe ich die Hoffnung an wahre Liebe wiedergegeben, während ich sechs Jahre lang von einem Mann – die angebliche „Liebe meines Lebens“ – schwärmte, bei dem ich nach meinem Umzug in sein Land, zehn Monaten Beziehung und sieben Monaten Zusammenwohnen in seiner Eigentumswohnung paralysiert feststellen musste, dass diese „Liebe“ zu 92% auf unseren unschlagbar heißen Nächten und seinem überdurchschnittlich tollen Geschlechtsteil basierte und wir uns ansonsten praktisch null zu sagen hatten – traurig aber leider wahr. Als ich ihn im Januar 2010 traf, schien die Chemie zwischen uns wie nicht von dieser Welt und er zumindest zur Hälfte göttlich. Ich verbrachte Jahre damit, ihn zu lieben, zu vermissen, von ihm zu träumen, Tagebücher über ihn vollzuschreiben, hatte mehrfach angefangen ein Buch über diese „Liebe“ zu verfassen, kreierte ein Twitter-Account mit 550 Tweets und 2531 Followern. Jeder meiner Freunde und meine gesamte Familie kannte „unsere schicksalshafte Geschichte“ dank meines lockeren Mundwerks bis ins kleinste Detail – seit Kurzem wissen sie nun alle Bescheid, dass das Ganze lächerlich gescheitert ist und ich aus der „gemeinsamen“ Wohnung rausgeworfen wurde. Zum Ende hin saß ich inmitten eines riesigen Scherbenhaufens rosaroter Brillengläser. Im Laufe der Monate in der gemeinsamen Wohnung zerbrachen meine ach so geliebten Brillen eine nach der anderen, einige von ihnen schmiss ich höchstpersönlich voller Wucht auf den Asphalt. Bereits im Februar oder März war mir kein einziges Modell meiner Kollektion mehr erhalten geblieben. Ich selbst konnte dieses Theater trotz zunehmenden Hoffnungsverlustes nicht zum zweiten Mal beenden – Weinnachten 2012 hatte ich Niall für einen anderen Mann verlassen, den ich wiederum 1,5 Jahre später für Niall verließ. Hola die Waldfee, die Männer haben es nicht leicht mit mir…!

Der krasse Kontrast zwischen „Wir sind für einander geschaffen, verstehen uns ohne Worte, haben seelisch und körperlich die beste Chemie auf Erden sowie die tollsten tiefsten Gespäche, er ist mein Seelenverwandter und zweifellos die Liebe meines Lebens“ und „Unsere ‚Liebe‘, die eindeutig keine ‚Liebe‘ ist, basiert ausschließlich auf sexueller Anziehung, ansonsten haben wir einander nichts zu sagen oder zu berichten, wir sprechen keine gemeinsame Sprache, sind nicht für einander da und alles andere als ein Team“ gibt mir extrem zu denken.

Seit dem bösen Erwachen mit Niall habe ich mir selbst das Versprechen gegeben, in Zukunft keiner „Pseudo-Liebe“ mehr hinterherzurennen.

Jedes Mal wenn mich also die Sehnsucht nach Tristan überkommt, dann verbiete ich mir zu fühlen was ich fühle, weil ich doch nicht erst den großen Bruder fünf Jahre lang jagen kann und anschließend den kleinen. Das kann unmöglich mein Ernst sein! Ehrlich gesagt habe ich auch keine weiteren fünf Jahre für „Liebesspielchen“ dieser Art übrig – in fünf Jahren bin ich 36 Jahre alt und hoffentlich Ehefrau und Mutter. Ich habe besseres zu tun als in der Ecke zu hocken, zu heulen und darauf zu warten, dass ER begreift, dass unsere Verbindung nicht von dieser Welt war und wohlmöglich für ein ganzes Leben Liebe hätte reichen können…

Trotzdem heule ich manchmal, denn ihn nicht mehr in meinem Leben zu haben tut einfach weh. Das Gefühl ihn schrecklich zu vermissen überkommt mich meist extrem unerwartet – zum Beispiel sitze ich im Bus und höre Musik und plötzlich spielt ein Song, der mich an ihn erinnert…davon gibt es leider viel zu viele. Dann verspüre ich dieses extreme Bedürfnis in seine pechschwarzen Augen zu blicken, seine rauchige Stimme zu hören, sein Lächeln mit der verborgenen Zahnlücke zu sehen, ihm dabei zuzusehen wie er kocht, wie er lustig zu Hip Hop Musik tanzt, wie er raucht, wie er das kleine Seidentuch in der Brusttasche präpariert. Ich vermisse es kranker Weise sogar ihn auf Drogen zu erleben, so voller offener Zuneigung, die er in dem Zustand einfach nicht in der Lage ist zu verbergen. Ich vermisse seine Umarmungen, bei denen eine seiner beiden Hände stets auf meinem Kopf ruht. Das ganze Drama um mich und Niall war diese eine viel zu lange und enge Umarmung wert, die er mir gab als ich an seinem Geburtstag direkt nach Niall’s Schlussmachen in sein Zimmer stürmte und ihn aus Augen voller Tränen anschaute worauf hin er sofort vom Bett aufsprang und mich in seine starken Arme schloss.

Wie toll waren die Zeiten, in denen wir ein gemeinsames Leben hatten mit Aufgaben, die wir für einander erledigten und sowohl Freuden als auch Problemen, die wir stets mit einander teilten. Zeiten, in denen wir uns anschauten und ganz genau wussten, was der andere fühlt. Zeiten, in denen wir uns verstanden fühlten. Wir waren ein Team, ein Team gegen die Welt. Jeden Tag war ich dankbar dafür, dass es diesen Menschen gibt und sein Bett in der gleichen Wohnung steht. So oft dachte ich mir plötzlich „Was wenn er morgen weg ist? Das ertrage ich nicht…“, doch sogleich erinnerte ich mich daran, dass die Wohnung eine Eigentumswohnung ist und er wohl erstmal eine ganze Weile bleiben wird.

Ich liebte es Dinge für ihn zu tun, in meinen Augen hatte er nur das Beste vom Besten verdient und genau das wollte ich ihm jeden Tag geben. Genau so ging es ihm auch…und ich spürte seine Fürsorge jeden einzelnen Tag zu jeder Stunde.

Ist das Liebe? – Verdammt, wenn das keine Liebe ist, dann weiss ich auch nicht was Liebe sein soll. Ich glaube, Liebe ist…wenn die blosse Koexistenz einer Person das Leben mehr erhellt als Küsse, Liebesschwüre, Geschenke von allen anderen…wenn man diese eine Person braucht wie die Luft zum Atmen…wenn jeder Blick, jedes Wort und jede Geste dieser bestimmten Person in der Lage ist das eigene Herz zu erwärmen und mit Liebe zu füllen, einer Liebe die absolut pur ist und nicht verfälscht durch Körperliches…auch wenn man sich nach dem Körperlichen mit Leib und Seele verzehrt, jede einzelne Sekunde mehr und mehr.

Mögen sich unsere Wege nur wieder kreuzen…

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