Love, Relationship

Lalalalaliebe.

Ich sitze hier und versuche ein Buch über Liebe zu schreiben. Ein Buch, das die (vermeintliche) große Liebe meines Lebens beschreibt und dem Leser Hoffnung auf große überwältigende Gefühle einhaucht. Ich bin davon überzeugt, dass ich ein Buch schreiben muss und werde. Dennoch habe ich panische Angst davor nicht die richtigen Worte zu finden oder vielleicht sogar vergessen zu haben wie es sich wirklich anfühlt zu lieben. Vielleicht habe ich sogar den Glauben an die große Liebe verloren… (Ich muss zugeben es fühlt sich nicht richtig an so etwas zu sagen während man seit zwei Jahren in einer glücklichen Beziehung ist. Nun, so ist es wohl mit dem Schreiben: etwas das absolut „politisch korrekt“ ist hat kaum literarischen Wert und ist oft einfach mal langweilig.)

Okay, was wäre wenn man diese „krassen“ Gefühle der Liebe nur empfinden kann, wenn wir zwar mit dem Objekt unserer Begierde in Berührung gekommen sind, jedoch eine Beziehung nicht zu Stande kommt sodass wir uns nach ihm oder ihr verzehren ohne ihn oder sie „besitzen“ zu können? Dann wäre jedoch dieses ganze Streben nach einer festen Beziehung absurd ― denn an dem Punkt an dem wir ihn oder sie endlich „unser“ nennen können, müsste uns theoretisch all‘ diese Magie abhanden kommen. Vielleicht liegt darin auch der Grund für den leichten Hauch von Langeweile den ich aktuell in meiner Beziehung verspüre…da ich meinen Schatz sicher habe. So scheine ich es ja mit meiner vermeintlichen Liebe des Lebens genau richtig gemacht zu haben mit unserem ständigen hin und her über fast acht (!!!) Jahre. Meine Mutter sagt Liebe dauert ca. zehn Jahre…yay, only 2 more years to go! 

Heute morgen las ich mit dem Ziel mich zum Schreiben zu inspirieren weiter in meinem Buch „Kein Wort mehr über Liebe“ und schmiss es nach einer Stunde entnervt in die Ecke meines Schlafzimmers (oder hätte es gern getan, wenn es kein eBook gewesen wäre). Ich habe nicht das geringste Bedürfnis meine kostbare Lebenszeit damit zu verschwenden, über irgendwelche alten Säcke (sorry) zu lesen, die einst nicht aus wahrer Liebe geheiratet haben und sich nun nach zwanzig Jahren und zwei Kindern wundern, dass ihnen nun mit 60 Jahren und grauen Schläfen jemand begegnet, für den sie ― oh Wunder ― echte Liebe empfinden. Oder haben sie doch nur in all den Jahren als Muttis heißen dreckigen Sex vermisst? Sad. Zum Glück bin ich noch keinem Mann mit Freudentränen „Ich will-schreiend“ um den Hals gefallen…so kann ich mir genau überlegen wen ich heirate und mich davor bewahren mich für jemanden zu entscheiden, den ich mit dem Nächstbesten betrüge während meine Kinder friedlich zu Hause schlafen. Verzeiht meinen Zynismus.

Was ist Liebe eigentlich, verdammt noch mal? Und wieso ― auch wenn wir nicht wissen was Liebe eigentlich ist und woher sie kommt ― können wir sie dennoch erkennen wenn wir sie in einem Film wie „Tatsächlich … Liebe“ sehen? So oft in meinem Leben habe ich mir meinen Kopf über Liebe zerbrochen. Viel zu oft.

Wenn wir lieben fühlt sich alles besonders an, jeder Blick und jede Berührung sind magisch, elektrisierend. Unser Herz schlägt schneller, wir schämen uns ihm oder ihr in die Augen zu schauen.

Vielleicht hat meine Mutter Recht wenn sie sagt, dass man jemanden gar nicht lange kennen muss, um zu wissen, dass man sein Leben mit diesem Mann verbringen wird mit Freude seinen Kindern das Leben schenken wird? Und dennoch habe ich nur zwei Mal in meinem gesamten Leben zu bestimmten Momenten der jeweiligen Beziehungen gedacht, dass ich sofort Ja sagen würde, ohne Zweifel. Dies war jedoch aufgrund der verrückten Gefühle, die sie beide in mir auszulösen vermochten und nicht wegen unserer Kompatibilität als Paar.

Geht es vielleicht tatsächlich primär um das Gefühl, welches die andere Person in uns auszulösen in der Lage ist? Ist dieses Gefühl wohlmöglich unser einziger verlässlicher Barometer? Auch wenn jede Liebe mit der Zeit weniger wird, kann die Erinnerung an dieses erste Gefühl in unserer Erinnerung weiterleben und von Zeit zu Zeit vielleicht auch wieder aufgerufen werden? Es ist uns bewusst, dass dieses unbeschreibliche Gefühl nur wenige besondere Menschen in uns auslösen können, wir verstehen dass Liebe rar ist. So können wir die Entscheidung für eine Hochzeit auch 50 Jahre später noch nachvollziehen, jedes Mal wenn wir uns an das Feuer der Leidenschaft zu Beginn der gemeinsamen Geschichte zurückerinnern.

Was mir missfallen hat an dieser vermeintlichen ‚Liebe meines Lebens‘: Wenn es wirklich die ‚Liebe unseres Lebens‘ gewesen wäre, dann hätte er mich nicht am Ende gebeten zu gehen. Simple.

Ich weiß nicht, ob mein jetziger Freund die Liebe meines Lebens ist, aber eins ist sicher: Mein Verflossener ist es nicht, auch wenn ich ihn tatsächlich vom ganzen Herzen geliebt habe, vom ganzen Herzen. Die Liebe war rein von meiner Seite und ich habe alles gegeben, ihm Millionen von Chancen gegeben, gekämpft, geweint, das Land gewechselt.

Wenn ein Mann eine Frau liebt, dann kämpft er um sie, dann lässt er sie nicht gehen, dann rennt er nicht vor ihr weg, stattdessen ruft er sie an, schreibt ihr, tut alles um sie an seiner Seite zu behalten. Mein Gefühl war stets, dass es zwischen uns einseitig ist und so war es wahrscheinlich auch.

Und vielleicht fällt es mir so schwer dieses Buch über „wahre Liebe“ zu schreiben, weil ich tief in meinem Herzen weiß, dass auch wenn animalisch gesehen wir wie für einander bestimmt waren, die Liebe von seiner Seite nicht stark genug war, nicht echt genug, sonst hätte er gekämpft um mich wie ein Mann, der mein wertvolles Herz verdient.

 

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Love, Personal Challenges, Relationship

Drei Minuten…

Ich schrieb ‚Hi‘ und fragte was er so mache. Er antwortete ‚Hi babes‘ und teilte mir mit, dass er auf der Weihnachtsfeier seiner Arbeit sei. Schicksalshafter Weise in einem Pub exakt DREI Fußweg Minuten von meinem Standort (meinem Zuhause!) entfernt. Es stand nicht zur Debatte ob wir uns sehen, es wurde bereits für uns entschieden. Fast DREI lange Jahre hatten wir uns nicht gesehen, und nun standen wir uns auf dem nächtlichen Weg direkt an der Themse gegenüber. Verändert hatte sich nicht viel…außer dass Hass und Verbitterung verflogen waren. In unserer gemeinsamen Vergangenheit von bald acht Jahren gab es nur DREI Tage an denen wir uns sahen, jedoch nicht küssten; der Tag an dem wir uns in Thailand auf Koh Phi Phi das letzte Mal sahen und er im Wasser vor mir weggerannt ist, der Tag an dem ich vor fast drei Jahren sein Zuhause verließ nachdem er mit mir Schluß gemacht hatte und am gestrigen Abend. Vom ersten Tag an sind wir wir gewesen, und wir waren nur wir, wenn wir so nahe wie möglich bei einander waren, eng umschlungen. So nah und doch so fern zu sein fühlte sich an, als würden wir gegen die Gesetze der Natur verstoßen, als würden wir das Universum verpöhnen. Das Treffen dauerte nicht lang, ganz plötzlich rannte ‚Cinderella‘ davon, um den letzten Zug zu bekommen, vorher noch schnell die Einladung in den Raum werfend ‚Come with me‘. Im Endeffekt tat er alles, um es bei nur zwei Tagen ohne Kuss zu belassen – er fragte, ob wir bei mir zu Hause bleiben könnten (was ich verneinte), er lud mich ein mitzukommen (was ich ihm abschlug) und er versuchte mit beim Abschied vergeblich zu küssen (ich drehte meinen Kopf instinktiv schon vorher weg).

Jetzt ist er wieder aus meinem Leben verschwunden. Mein Wunsch gemeinsam die Themse zu sehen ist nun endlich in Erfüllung gegangen. Und als wir auf dem Weg zur Bar an meiner Wohnung vorbeigelaufen sind, mussten wir kurz hinein, um mein Aufladekabel mitzunehmen, was dazu führte, dass er meine Wohnung gesehen hat. Eine Minute lang war er Teil meiner Welt; er sah mein Schlafzimmer, mein Wohnzimmer und meine Terrasse an der Themse. Wenn ich hinausblicke, sehe ich ihn vor meinem inneren Auge immer noch dort draußen stehen.

Auch wenn ich mir von unserem Widersehen zahlreiche Antworten erwartet hatte, bleibt nur eine einzige Wahrheit zurück: Solange einer von uns vergeben ist (in diesem Fall ich), haben wir nichts bei einander verloren, egal was wir vielleicht noch fühlen, egal wonach wir uns vielleicht noch sehnen, egal wie anziehend wir uns vielleicht noch finden und ganz egal was jemals zwischen uns war und potentiell wieder sein könnte. Die Magie die zwischen uns war kann nur inmitten absoluter Freiheit wiedergeboren werden, wenn wir uns gemeinsam gleichermaßen von der Klippe der Sicherheit stürzen, wenn wir uns berühren und den Moment voll auskosten ohne jegliche Garantie für den nachfolgenden Tag oder die kommenden Jahre zu beanspruchen. Wir müssen bereit sein für den Augenblick der größten Freude anschließend wieder alles zu verlieren…

These violent delights have violent ends. And in their triumph die, like fire and powder, which, as they kiss, consume.

Ob wir uns jemals wieder berühren werden steht in den Sternen, in Lichtjahre entfernten Galaxien. Der Plan, den das Universum mit mir vorhat ist mir vorerst verborgen. Solange ich nicht ganz genau weiß, welcher Weg zu ‚bis dass der Tod uns scheidet‘ führt, weiche ich lieber nicht von meinem jetzigen Weg ab. Ich werde den Menschen, den ich JETZT liebe, aus vollem Herzen lieben und schauen, wohin uns das führt.

The sweetest honey is loathsome in his own deliciousness and in the taste confounds the appetite. Therefore love moderately. Long love doth so. Too swift arrives as tardy as too slow.

Weise Worte…wobei ‚love moderately‘, das ist doch ein Widerspruch in sich?

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