Love

Unsere Nacht im Abgrund roter Blüten.

Get the feeling: Wonderwall – Katy McAllister

Plötzlich steht er aus dem Sand auf ohne seine Hose von ihm zu befreien und reicht mir zum Aufstehen seine ausgestreckte Hand mit den Worten „Komm mit mir“. Ich lasse mir von ihm helfen aufzustehen und lasse mich von seiner Hand von dem Strand in Richtung Ungewissheit führen. Wir betreten die Finsternis gemeinsam und ich spüre, wie blindes Vertrauen meine Brust erfüllt, ich bin ganz ruhig, im Gegensatz zu sonst möchte ich nicht sprechen, ich möchte einfach nur an seiner Seite sein. Ich sehe fast nichts, ich spüre nur diese Verbindung zu ihm und ich rieche seinen Duft, der Ozeanwind weht ihn zu mir. Mein Kopf ist leer, aber mein Herz lacht, auch wenn es nicht genau weiß weshalb. Er erzählt mir etwas, ich höre mit meinem Herzen zu und antworte ihm ohne zu wissen, was ich eigentlich sage. Wir wandeln durch die nächtliche Insel und so vergehen ungefähr zwei Stunden. Ich achte nicht auf die Straßen, Häuser und Bäume an denen wir vorbeilaufen, weiß nicht was unser Ziel ist und möchte dies auch nicht wissen. Ich fühle aber, dass ich mit ihm in dieser Nacht bis an das Ende der Welt gehen würde. Ich weiß sehr wohl, dass ich mit einem Mann unterwegs bin, den ich seit nur drei Tagen kenne und dass ich absolut nicht weiß wohin er mich führt. Trotzdem verspüre ich – eigentlich ein Mädchen übervorsichtiger Natur – keinerlei Angst oder Misstrauen diesem Fremden gegenüber und auch wenn ich mich absolut so fühle kann ich nach einem einzigen Cocktail unmöglich angetrunken sein. Dann muss ich diese Wirkung wohl ihm allein zuschreiben.

Gerade als ich mich an den kontinuierlichen Rhythmus unserer synchronen Schritte gewöhnt habe hält er plötzlich vor der hölzernen Tür eines kleinen Bungalows. Wie in Trance schaue mich um. Ich bemerke, dass wir uns inmitten einer mir unbekannten Bungalowanlage befinden. Auch jetzt wo ich mir ziemlich sicher sein kann, dass mich dieser Mann offensichtlich in sein Zimmer gebracht hat, verspüre ich keine Angst, auch denke ich nicht daran, dass er mich nur für eine Nacht ausnutzen will oder Ähnliches. Ich brauche ihm nicht zu sagen, dass ich kein Mädchen für eine Nacht bin, denn ich habe mich noch nie so wertvoll gefühlt wie in diesem Moment, so angekommen. Ich weiß, dass ich richtig hier bin, ganz gleich wo wir sind. Es reicht, dass ich bei ihm bin. Bevor er meine Hand loslässt küsst er meinen Handrücken sanft aber auf eine bestimme Weise fordernd. Mein Körper zuckt bei der Berührung seiner Lippen leicht zusammen, eine tiefe Wärme durchströmt mich. Er schließt die Tür hinter uns und macht Musik an. Das noch immer dunkle geheimnisvolle Zimmer wird nun von einer einzigartigen langsamen Live-Version von „Wonderwall“ erfüllt. Ich setze mich auf das Bett und sehe ihn auf mich zukommen. Ich denke an nichts anderes, er ist in diesem Moment das Einzige was zählt. Er bleibt vor mir stehen. Seinen intensiven Blick kann ich durch die Dunkelheit spüren. Er verunsichert mich sogar in der Dunkelheit. Ich lasse mich auf das Bett fallen und instinktiv kommt er über mich. Er zieht mich langsam aus, wobei er nicht auf die Kleidung oder meinen immer nackter werdenden Körper achtet, mein Gesicht bekommt seine volle Aufmerksamkeit. Nun spüre ich sein Gewicht auf meinem Körper, seine weiche Haut auf meiner. So merke ich überrascht, dass auch er schon entblößt ist. Ich vertraue ihm mit der Verhütung, um die er sich ganz selbstverständlich kümmert ohne mich zu fragen, ob ich mit ihm schlafen will. Ich frage mich ebenfalls nicht ob ich es will, denn noch nie war ich mir sicherer, dass ich einem Mann auf diese Weise nahe sein möchte. Dies merke ich an der unglaublichen Tatsache, dass ich seelenruhig vor ihm liege und alle mögliche Kontrolle in seine maskulinen Hände lege. Ich gebe mich ihm hin, voll und ganz. Ich spüre wie er in mich eindringt und stöhne erleichtert auf ­– wir sind eins. Ich falle in einen tiefen Abgrund voller roter Blüten und er fällt mit mir. Gemeinsam schweben wir irgendwo ganz weit von aller Realität. Wir sind eins, bewegen uns in gleichem Rhythmus. Er ist ein Mann, ein richtiger Mann, den ich unendlich begehre. Während ich mit ihm zusammen bin spüre ich die Sehnsucht und ein Gefühl, als könne ich niemals genug von ihm bekommen. In seinen sanften und gleichzeitig starken Händen zerschmelze ich und vergesse ausnahmslos alles um mich herum. Nur eins weiß ich: Ich bin mit ihm. Mehr muss ich nicht wissen. Er genießt es so sehr, das zu wissen und zu spüren erfüllt mich mit noch größerem Begehren. Es kommt mir vor, als wäre ich etwas, ohne das er nicht existieren kann. Ich atme seinen Duft immer wieder ein und fühle mich dabei wie benommen und merke irritiert, dass er dasselbe tut. Immer wieder flüstert er mir zu wie wunderschön ich bin und wie sehr er mich will. Ich kann nicht anders als ihm voll und ganz zu verfallen.

Mehrmals sind wir fertig, schauen uns in dem sich langsam im Raum ausbreitenden Morgengrauen tief in die Augen und beschließen ohne Worte nochmals von vorne zu beginnen. Immer wieder hält er mich fest in seinen Armen und küsst mich, verzaubert mich, treibt mich in den Wahnsinn. Nach dem dritten Mal liegen wir uns gegenüber und lächeln uns erschöpft an, während er zärtlich über mein Gesicht streicht – noch immer spielt „Wonderwall“ auf Repeat. Ich schaue in seine grünlichen Augen und weiß, dass ich diese Nacht nicht vergessen werde und dass es ihm genau so geht wie mir.

Standard
General, Love, Personal Challenges, Relationship

Würdest du diesen Roman lesen? – Offensichtlich nicht, kein Feedback ist auch Feedback. Ich werde ein besseres Thema finden.

Destiny

Ich brauche eure Hilfe, bitte kommentiert diesen Beitrag mit eurer ehrlichen Meinung hinsichtlich der „Buchtauglichkeit“ dieser Geschichte. Wenn euch die Geschichte nicht gefällt, lasst mich wissen, was ich verbessern kann. Los gehts…

Ein Roman über einen religiösen Mann Ende 30, der für das Wohl seiner Familie und seiner Religion und Kultur wegen, die Liebe seines Lebens, eine aufgeschlossene moderne Frau der die Welt zu Füssen liegt, aufgibt indem er ohne jegliche Erklärungen aus ihrem Leben verschwindet, um gleich darauf übereilt eine Frau seiner Kultur, die er nicht wirklich liebt, zu heiraten und mit ihr eine Familie zu gründen. Auf den Tag genau 13 Jahre nachdem seine erste Liebe ihm ihre Jungfräulichkeit geschenkt hat, kontaktiert er sie, wie schon so oft in den vergangenen Jahren. Dieses Mal ist es jedoch anders: Er ist zum ersten Mal ehrlich und gibt ihr gegenüber zu, dass er damals den größten Fehler seines Lebens gemacht hat und einfach nicht aufhören kann an sie zu denken und sich nach dieser wahren Liebe zu sehnen. Da es jedoch aus seiner Sicht in diesem Leben keine Chance mehr für sie beide gibt, weil er seine Familie niemals im Stich lassen könnte, bittet er sie, ihm zu helfen indem sie gemeinsam die Vergangenheit aufarbeiten, mit dem Ziel endlich abschliessen zu können. Gemeinsam bestreiten sie eine Reise, auf der sie ihre komplett unterschiedlichen Weltanschauungen mit einander teilen und sich einander auf einem ganz neuen Level öffnen. Er erzählt ihr in jeder Einzelheit wie er sich damals gefühlt hat, beantwortet alle Fragen, die sie jahrelang gequält haben und erzählt ihr zum ersten Mal von seinem Leben, seinen Kindern. Die Reise verändert sie beide, und schreibt ihre Geschichte neu.

Standard
General

True love is…

 

…not pain.

…not suffering.

…not disillusion.

…not chaos.

Nein. Wahre Liebe ist vor allem eins: innere Ruhe.

Diese innere Ruhe bringt Menschen dazu, sich mutig in eine Kirche zu stellen und vor ihren Familien und allen anderen Menschen, die ihnen auf dieser Welt etwas bedeuten, vor Gott und dem Universum etwas absolut „unmenschliches“ zu versprechen: sich bis an ihr Lebensende zu ehren, zu lieben, einander treu zu bleiben in Gesundheit und Krankheit, in Reichtum und Armut, in guten sowie in schlechten Zeiten. So ein Versprechen können wir nur machen, wenn dieser andere Mensch für uns der „Hafen“ ist, an dem das Bot unseres Lebens endlich angekommen ist und Frieden gefunden hat. Natürlich heiraten viele Menschen aus rationalen oder finanziellen Gründen, aus Sicherheit oder in manchen Kulturen, weil sie von ihren Familien dazu bewegt oder sogar gezwungen werden – von diesen Fällen spreche ich hier nicht. Ich spreche von einem Versprechen aus reinstem Herzen, gebettet auf dem festen Glauben daran, dem Versprochenen für immer treu bleiben zu können. Wir alle wissen ganz genau, dass „für immer“ ganz schön erschreckend ist, „für immer“ ist utopisch und irrational, „für immer“ ist so viel mehr als wir kleine unbedeutende so oft unseren Gefühlen und Instinkten ausgelieferte Kreaturen versprechen dürfen. „Für immer“ ist als wäre man in einem kleinen Boot inmitten des Ozeans…

Und dennoch.

Und dennoch gibt es viele Menschen, die sich vor einander hinstellen, sich an den Händen fassen, aufrichtig in die Augen blicken und dabei keine Angst haben von „für immer“ zu sprechen und zu versprechen. Sie tun es, weil sie innere Ruhe spüren, seitdem dieser andere Mensch ein Teil ihres Lebens ist, weil sie sich in seinen/ihren Armen einfach zu Hause fühlen, geliebt, beschützt, wertvoll, VERSTANDEN. Sie fühlen sich als wären sie ihr Leben lang allein gewandert, bis zu dem Tag, an dem dieser andere Mensch in ihr Leben trat und anfing mit ihnen gemeinsam zu wandern. Sie vertrauen diesem anderen Menschen blind, weil sie spüren, dass diese andere Person leidet, wenn sie leiden und daher alles tun würde, um sie zu beschützen und vor Schmerz zu bewahren.

Anstatt Angst davor zu haben, sich an jemanden zu binden und sich ewig zu langweilen, freuen sie sich auf das Team, in dem sie nun für immer aufgenommen sind, ein Team, welches größer werden wird mit den Jahren und vertrauter. Sie können es kaum erwarten, sich selbst zu entfalten, während sie aus der inneren Ruhe Kraft schöpfen, die ihnen ihre andere Hälfte und die gemeinsame wahre Liebe beschert. Und sie freuen sich auf das gemeinsame Leben, die gemeinsamen Herausforderungen und sogar Probleme, die man zusammen bewältigen kann. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die wundervolle Welt zu sehen, bunte Erlebnisse mit einander zu teilen, etwas aufzubauen und ein Zuhause voller Liebe zu erschaffen.

Natürlich bringt all‘ dieses Glück auch Verlustängste und Sorgen mit sich, denn das Leben ist kein Kinderspiel: Probleme, Streit, Eifersucht und auch mal Leid wird es geben.

Dennoch weiss ich jetzt für mich, dass Schmerz, Leid, Ernüchterung und Chaos nicht „wahre Liebe“ bedeuten, sondern ganz einfach, dass zwei Menschen sich entweder nicht genug Lieben und daher unvorsichtig mit den Gefühlen des anderen umgehen anstelle die Seele des anderen mit allen möglichen Mitteln, als wäre es die eigene, zu beschützen, oder aber, dass sie einander trotz Liebe einfach nicht verstehen können, so sehr sie es sich auch wünschen mögen, sodass sie daran verzweifeln und zerbrechen.

Wahre Liebe dagegen ist innere Ruhe. Glasklares Quellwasser aus den blauen Bergen.

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