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True love is…

 

…not pain.

…not suffering.

…not disillusion.

…not chaos.

Nein. Wahre Liebe ist vor allem eins: innere Ruhe.

Diese innere Ruhe bringt Menschen dazu, sich mutig in eine Kirche zu stellen und vor ihren Familien und allen anderen Menschen, die ihnen auf dieser Welt etwas bedeuten, vor Gott und dem Universum etwas absolut „unmenschliches“ zu versprechen: sich bis an ihr Lebensende zu ehren, zu lieben, einander treu zu bleiben in Gesundheit und Krankheit, in Reichtum und Armut, in guten sowie in schlechten Zeiten. So ein Versprechen können wir nur machen, wenn dieser andere Mensch für uns der „Hafen“ ist, an dem das Bot unseres Lebens endlich angekommen ist und Frieden gefunden hat. Natürlich heiraten viele Menschen aus rationalen oder finanziellen Gründen, aus Sicherheit oder in manchen Kulturen, weil sie von ihren Familien dazu bewegt oder sogar gezwungen werden – von diesen Fällen spreche ich hier nicht. Ich spreche von einem Versprechen aus reinstem Herzen, gebettet auf dem festen Glauben daran, dem Versprochenen für immer treu bleiben zu können. Wir alle wissen ganz genau, dass „für immer“ ganz schön erschreckend ist, „für immer“ ist utopisch und irrational, „für immer“ ist so viel mehr als wir kleine unbedeutende so oft unseren Gefühlen und Instinkten ausgelieferte Kreaturen versprechen dürfen. „Für immer“ ist als wäre man in einem kleinen Boot inmitten des Ozeans…

Und dennoch.

Und dennoch gibt es viele Menschen, die sich vor einander hinstellen, sich an den Händen fassen, aufrichtig in die Augen blicken und dabei keine Angst haben von „für immer“ zu sprechen und zu versprechen. Sie tun es, weil sie innere Ruhe spüren, seitdem dieser andere Mensch ein Teil ihres Lebens ist, weil sie sich in seinen/ihren Armen einfach zu Hause fühlen, geliebt, beschützt, wertvoll, VERSTANDEN. Sie fühlen sich als wären sie ihr Leben lang allein gewandert, bis zu dem Tag, an dem dieser andere Mensch in ihr Leben trat und anfing mit ihnen gemeinsam zu wandern. Sie vertrauen diesem anderen Menschen blind, weil sie spüren, dass diese andere Person leidet, wenn sie leiden und daher alles tun würde, um sie zu beschützen und vor Schmerz zu bewahren.

Anstatt Angst davor zu haben, sich an jemanden zu binden und sich ewig zu langweilen, freuen sie sich auf das Team, in dem sie nun für immer aufgenommen sind, ein Team, welches größer werden wird mit den Jahren und vertrauter. Sie können es kaum erwarten, sich selbst zu entfalten, während sie aus der inneren Ruhe Kraft schöpfen, die ihnen ihre andere Hälfte und die gemeinsame wahre Liebe beschert. Und sie freuen sich auf das gemeinsame Leben, die gemeinsamen Herausforderungen und sogar Probleme, die man zusammen bewältigen kann. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die wundervolle Welt zu sehen, bunte Erlebnisse mit einander zu teilen, etwas aufzubauen und ein Zuhause voller Liebe zu erschaffen.

Natürlich bringt all‘ dieses Glück auch Verlustängste und Sorgen mit sich, denn das Leben ist kein Kinderspiel: Probleme, Streit, Eifersucht und auch mal Leid wird es geben.

Dennoch weiss ich jetzt für mich, dass Schmerz, Leid, Ernüchterung und Chaos nicht „wahre Liebe“ bedeuten, sondern ganz einfach, dass zwei Menschen sich entweder nicht genug Lieben und daher unvorsichtig mit den Gefühlen des anderen umgehen anstelle die Seele des anderen mit allen möglichen Mitteln, als wäre es die eigene, zu beschützen, oder aber, dass sie einander trotz Liebe einfach nicht verstehen können, so sehr sie es sich auch wünschen mögen, sodass sie daran verzweifeln und zerbrechen.

Wahre Liebe dagegen ist innere Ruhe. Glasklares Quellwasser aus den blauen Bergen.

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How to grab me, how to take me, how to make me yours.

Da ich nun endlich meinen älteren Beitrag „Grab me, take me, make me yours!“ vollendet habe (YAY!), dachte ich mir, es sei durchaus sehr schade, wenn einige von euch, meine wenigen aber werten Leser (erzählt euren Freunden doch mal von meinem Blog!?), sich das Ende entgehen lassen würden. Hier ist es:

„Alle klugen, oder eher weisen Frauen haben sich bereits vor einigen Jahren einen tollen Mann „gekrallt“, mit ihm und ihren zwei bis drei bereits laufenden Kindern leben sie nun ein erwachsenes Leben.

Ich werde mir keinen Mann „krallen“, den Fehler um einen Mann zu buhlen mache ich nicht noch mal (siehe Niall), das könnt ihr mir glauben. Die männlichen Vögel führen den Balztanz auf, da hat die Natur sich was bei gedacht. „Krallen“ oder „nicht krallen“, natürlich weiss ich dennoch, dass ich irgendwann wieder eine Beziehung haben werde. Ich weiss auch, dass ich mit meinem Seelenverwandten eine Familie gründen und drei Kindern das Leben schenken werde. Es fällt mir jedoch sehr schwer, mir vorzustellen, wie es wohl dazu kommen wird. Der grosse Wald und all diese Bäume. Auch ich habe – wie alle Londoner Singles – Schwierigkeiten durchzublicken. Es gibt viel zu viele Optionen und es fällt schwer, sich für einen einzigen Weg, beziehungsweise eine einzige Person, zu entscheiden. Ich habe das seltsame Gefühl, dass der richtige Mann mich einfach schnappen und festhalten wird – ein paar Männer hatten mich im Laufe meines Lebens bereits geschnappt, jedoch schaffte es bisher keiner, mich anschliessend auch festzuhalten. Der eine Mann, der in der Lage sein wird sowohl zu schnappen, als auch zu halten wird mir zu sagen:

„Du bist meine Frau und gehörst zu mir. Für immer.“

Und ich werde nicken und meine kleine Hand in die grosse seine legen.

Daraufhin wird er stets an meiner Seite sein und irgendwann nach nicht all zu langer Zeit um meine Hand anhalten und mich schwängern. Mein Gefühl sagt mir, dass ich genau das brauche und dies der einzige Weg sein wird, um mich „zu bekommen“.

Wer wird wohl dieser mutige Mann sein? Ich bin gespannt.“

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Loin des yeux, loin du coeur…

„Aus den Augen aus dem Sinn“ – Tatsächlich? – Sieht stark danach aus…

Frisch aus Paris zurückgekehrt, den Geschmack seiner Lippen noch auf den meinen, seine wunderschöne sanft-männliche R’n’B-Singstimme in den Ohren und unsere romantisch-tiefgründigen Themen im Kopf, verfasste ich diesen übereifrigen Beitrag, woraufhin ein paar von euch ihn – bzw. seine ursprüngliche Version – lasen und sogar auf „Gefällt mir“ klickten. Ein paar Tage später schaute ich mir diesen Text wieder an. Plötzlich fühlte ich mich wie der größte Vollidiot aller Zeiten. Zu Recht fragte ich mich daraufhin, wie man mit 30 Jahren nur immer noch dermaßen naiv sein kann und änderte den Beitragsstatus von „veröffentlicht“ zu „Entwurf“.

Die Chemie schien perfekt und er mich wirklich zu mögen, doch seit vier Tagen hat er mich vergessen. Es könnte möglicher Weise auf mein unfassbar hohles Verhalten zurückgeführt werden: Nach ein paar Tagen Friede, Freunde, Eierkuchen zwischen Paris und London thematisierte ich die Herausforderung in Kontakt zu bleiben während wir in unterschiedlichen Ländern leben und offenbarte ihm praktisch, dass ich in ihn verliebt bin und mein Leben für eine Fernbeziehung mit ihm geben würde… Ich sagte ihm, dass ich ihn vermisse und fragte ihn, ob er mich denn schon vergessen habe. Daraufhin äußerte er sich nicht all zu ausführlich, seine Hauptaussage war: „Ich habe dich nicht vergessen, jedoch muss ich dich sehen, um Gefühle und Verlangen aufbringen zu können.“ Ich laberte Müll und schickte ihm ein paar Fotos und Videos von mir und meiner Stadt – ich bin echt schlimmer als Kate Hudson in „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen“. Anschliessend schwiegen wir beide zwei Tage lang, woraufhin er dann schrieb „Ich bin noch am Leben, aber sehr beschäftigt. Ich werde dir heute Nacht antworten und alles erklären. Habe einen schönen Abend, Sweety“ und sich anschliessend die nächsten fünf Tage nicht meldete. Bis heute. Ich habe mich verhalten wie ein Lamm, das sich selbst erlegt und sich dann sterbend vor die Pfoten des Löwen wirft, anstatt sich wie jedes vernünftige Lamm jagen zu lassen. Dummes verliebtes Lamm. Selbst schuld.

Ein kleiner Auszug aus dem ursprünglichen Beitrag:

„Warum sehe ich dann immer noch das magische Funkeln seiner Augen klar vor mir? Warum sitze ich hier absolut nichtsnutzig auf Arbeit herum und kann an nichts anderes denken als an die schönsten und tiefsten Augen, in die ich jemals blicken durfte?

Noch nie hatten andere Augen eine solche Wirkung auf mich, noch nie habe ich so ein Funkeln gesehen und das Gefühl gehabt, dass Magie im Spiel sein muss.

Oh mein Gott…Brida…oh mein Gott…!

In Paolo Coelho’s Buch „Brida“ meint der Zauberer,  dass man seinen Seelenpartner am „funkeln im Auge“ erkennen kann. Wenn dieser Zauberer Recht hat, dann habe ich meinen Seelenverwandten am Samstag, den 17. Oktober 2015 um 22:50 in Paris am Gare d’Austerlitz getroffen. Um 23:07 verliess er den Zug unseres Schicksals mit einem Lächeln, meiner Nummer und der Aussicht auf ein Treffen am nächsten Tag. Eine Station zuvor stieg er zunächst aus, um zu meiner grossen Überraschung wieder einzusteigen und mich anzusprechen nachdem wir einander durch das Zugfenster anlächelten.“

Eine wahre Filmgeschichte. So ein Quatsch.

Warum schöpfen Menschen unentwegt Hoffnung, auch wenn sie immer wieder verletzt und enttäuscht werden?

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Die Konkurrenz schläft nicht: Einblick in das Leben einer Singlefrau. 

Das Leben als Singlefrau macht Spass. Das Leben als Singlefrau in London macht sehr viel Spass.

Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Beitrag „Fallin’…? No no no!“. In diesem Beitrag ging es darum, dass man sich während der spannenden Zeit als begehrter Single durchaus mal verknallen kann. Hier ein kleiner Auszug:

„Meist tritt dieser Moment genau inmitten der heiligen Zeit als entspannter, sorgenfreier und hochbegehrter High Heels tragender Kuss-Schlampen-Single ein, noch deutlich vor der Phase, in der man sich sein Kissen umarmend in mehrere Kuscheldecken wickelt, um sich drei Liebesfilme und eine Jim and berry’s Familienpackung reinzuziehen, während man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass der nicht existierende Partner mit einer Tasse heissen Tee in den Raum kommt, den nicht vorhandenen Kamin anheizt, einen in die starken Arme nimmt und auf die Stirn küsst.“

Aktuell habe ich fünf Monate Singledasein hinter mir. Es war eine schöne Zeit und ist es noch immer. Ich geniesse jedes Wochenende und bin wenn ich die Clubs betrete fast genauso euphorisch wie zu Zeiten der ersten Partyphase meines Lebens mit süßen 18 Jahren.

Der Winter rückt jedoch immer näher und ich bekomme heimlich Lust zu kuscheln und ein mir vertrautes Gesicht zu streicheln. Etwas leckeres zu kochen und gemeinsam Tee zu trinken. Zum ersten Mal kommen die Erinnerungen an das letzte Weihnachtsfest mit Niall hoch…wir verbrachten Weihnachten mit meiner Familie und tranken verliebt Glühwein auf sämtlichen Berliner Weihnachtsmärkten.

Ich bin noch nicht bereit für die nächste Beziehung.

Vor ein paar Tagen schickte mir Niall mal wieder meine Post. Ich antwortete „Cheers. Hope you are fine“ und bekam heute morgen die Antwort „No problem. Hope you are good“. Diese Woche werde ich mal wieder mit seiner (und Tristans!) Mutter dinieren, wir machen das ab und zu mal… Als sie mir schrieb und fragte wie es mir gehe, fragte ich sie sofort wie es Tristan geht. Sie antwortete nicht auf diese Frage. Ich wette unsere „unsittliche Verbindung“ war ihr nicht entgangen…

Ich bin noch nicht bereit für die nächste Beziehung.

To be continued…

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Fallin’…? No no no!

Wir alle kennen wohl diesen ganz bestimmten Moment, in dem man plötzlich (in meinem Fall) mit Schrecken feststellt, dass eine Person, die man seit Längerem kennt und die man von Anfang an durchaus ansprechend aber nicht bildschön fand, auf ein Mal immer wunderschöner zu werden scheint. Meist tritt dieser Moment genau inmitten der heiligen Zeit als entspannter, sorgenfreier und hochbegehrter High Heels tragender Kuss-Schlampen-Single ein, noch deutlich vor der Phase, in der man sich sein Kissen umarmend in mehrere Kuscheldecken wickelt, um sich drei Liebesfilme und eine Jim and berry’s Familienpackung reinzuziehen, während man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass der nicht existierende Partner mit einer Tasse heissen Tee in den Raum kommt, den nicht vorhandenen Kamin anheizt, einen in die starken Arme nimmt und auf die Stirn küsst. Während ich das hier als High Heels tragender Single so schreibe, bin ich der Kaminszene gar nicht mal so sehr abgeneigt, muss ich leider zugeben…STOP!

Zurück zu dem Moment des Schreckens, liebe Freunde…

Wir sind also gerade dabei, von dem besagten Moment überrollt zu werden. Da stehen wir relativ paralysiert vor dem besagten Mann und schauen ein wenig ZU AUFMERKSAM in seinem Gesicht herum. Uns fallen unerwartet die kleinsten Details in dem Antlitz unseres Gegenübers auf; die dunklen geheimnisvoll-verspielten Augen, die uns mal selbstbewusst und dann wieder leicht verunsichert anschauen und ab und an weggucken, als würden sie zu lange ins grelle Licht blicken, die etwas zu vollen geschwungenen Lippen, die obere ein wenig kleiner und dunkler als die in der Mitte leicht pinkfarbene untere, die im Gesicht minimal unreine auf den Armen jedoch samtweiche karibisch-schokoladige Haut, die süße kleine aber breite Nase, und und und…

Wir sind uns dessen absolut bewusst, dass es aus logischer Sicht eigentlich absolut unmöglich ist, dass sich das Aussehen einer Person für uns verändert während es unverändert bleibt. Dies bereitet uns Sorge, denn wir wissen was dahinter steckt, wir wissen es ganz genau: Wir sind ffff..verk…n….verkhhr…verk..naaaaalll…t. Gott bewahre!

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Grab me, take me, make me yours!

Schwer haben wir es, wir alle, oder zumindest die meisten von uns, in dieser Zeit voller unzähliger Optionen. Man muss der Tatsache einfach ins Auge blicken: Wir sehen den Wald vor lauter Bäume nicht und das schon seit einer ganzen Weile, ganz egal ob in London oder Berlin, Lissabon oder Zürich. London hat jedoch in Europa mit Sicherheit mitunter die maximale Anzahl an „Bäumen“ aufzuweisen, inmitten deren man wunderbar feuchtfröhlich herumirren kann bis man eines Tages als 37-jährige unverheiratete, kinderlose Single-Lady ohne jeglichen Immobilienbesitz und vielleicht sogar ohne Marc Jacobs Tasche, Jimmy Choos oder gebuchten Karibik-Urlaub aufwacht und merkt, dass es vielleicht langsam Zeit wird, erwachsen zu werden.

Glücklicher Weise bin ich (erst?!) 30 Jahre alt und habe noch ein wenig Zeit bis zu diesem grauen Tag, der für mich hoffentlich in der eben erläuterten Form niemals eintreten wird. Bis ich 34 bin möchte ich bitteschön zumindest schwanger sein. Was allerdings bedeutet, dass ich es innerhalb der nächsten vier Jahre irgendwie schaffen sollte, meinen Traummann zu finden, zu heiraten und mit ihm ein Kind zu „produzieren“! Ob das wohl machbar ist…? So einfach ist es ja wohl doch nicht, einen Partner fürs Leben zu finden; einen Menschen, dessen Gesicht man froh ist über Jahre hinweg jeden einzelnen Morgen zu sehen – momentan bin ich einfach nur überglücklich in meinem kuscheligen riesigen Bett allein aufzuwachen und ich feiere jeden startenden Tag, an dem Freunde oder Liebhaber, die bei mir übernachtet haben, sich verziehen, einen Menschen, dem man Lust hat jeden Abend ein schmackhaftes Mahl zu zaubern und dieses mit buntem Gemüse zu dekorieren – aktuell schmeisse ich Spinat, Garnelen und ein paar Tomaten in eine Box und nenne dies voller Stolz mein Mittagessen, die einzige Person, die ich versorgen muss, bin ich selbst und das ist gut so, einen Menschen mit dem man sich über Jahre hinweg hinsichtlich jeglicher Verabredungen, Käufe, Reisepläne, Hobbies etc. absprechen muss – hier und jetzt bin ich mein eigener Chef und mache was ich will, wo ich will, wann ich will und mit wem ich will. Die Art wie ich aktuell denke zeigt mir, dass ich zur Zeit wohl nicht bereit bin, jemanden in mein Leben zu lassen. Andererseits kam mir die Tränen als ich sah wie der Schwager meiner besten Freundin sich liebevoll um ihre Kinder kümmerte, da dachte ich nur: „Ich will genau das jetzt und sofort und vielleicht sogar mit ihm“. In solchen Momenten frage mich heimlich, was der Sinn der ganzen Glückseligkeit ist, die ich jedes Wochenende so erlebe. Mit Sicherheit ist es Spass – „Spass“ is eine tolle Sache, aber was habe ich eigentlich davon? Spass verheiratet und schwängert mich nicht, er versüßt mir höchstens meine Zeit. Ich könnte meinem Schicksal oder anderen Menschen die Schuld daran geben, dass ich mich in dieser Situation befinde, jedoch weiss ich insgeheim, dass ich mich selbst dafür entschieden habe, genau dieses Leben zu leben.

Alle klugen, oder eher weisen Frauen haben sich bereits vor einigen Jahren einen tollen Mann „gekrallt“, mit ihm und ihren zwei bis drei bereits laufenden Kindern leben sie nun ein erwachsenes Leben.

Ich werde mir keinen Mann „krallen“, den Fehler um einen Mann zu buhlen mache ich nicht noch mal (siehe Niall), das könnt ihr mir glauben. Die männlichen Vögel führen den Balztanz auf, da hat die Natur sich was bei gedacht. „Krallen“ oder „nicht krallen“, natürlich weiss ich dennoch, dass ich irgendwann wieder eine Beziehung haben werde. Ich weiss auch, dass ich mit meinem Seelenverwandten eine Familie gründen und drei Kindern das Leben schenken werde. Es fällt mir jedoch sehr schwer, mir vorzustellen, wie es wohl dazu kommen wird. Der grosse Wald und all diese Bäume. Auch ich habe – wie alle Londoner Singles – Schwierigkeiten durchzublicken. Es gibt viel zu viele Optionen und es fällt schwer, sich für einen einzigen Weg, beziehungsweise eine einzige Person, zu entscheiden. Ich habe das seltsame Gefühl, dass der richtige Mann mich einfach schnappen und festhalten wird – ein paar Männer hatten mich im Laufe meines Lebens bereits geschnappt, jedoch schaffte es bisher keiner, mich anschliessend auch festzuhalten. Der eine Mann, der in der Lage sein wird sowohl zu schnappen, als auch zu halten wird mir zu sagen:

„Du bist meine Frau und gehörst zu mir. Für immer.“

Und ich werde nicken und meine kleine Hand in die grosse seine legen.

Daraufhin wird er stets an meiner Seite sein und irgendwann nach nicht all zu langer Zeit um meine Hand anhalten und mich schwängern. Mein Gefühl sagt mir, dass ich genau das brauche und dies der einzige Weg sein wird, um mich „zu bekommen“.

Wer wird wohl dieser mutige Mann sein? Ich bin gespannt.

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Liebe vor Stolz? 

Liebe Leser,

es tut mir leid, aber ich muss wieder über IHN schreiben, den jüngeren Bruder meiner vermeintlichen grossen Liebe, Tristan. Diese Liebe ist verflossen und es ist nicht übrig geblieben. Nichts, ausser der verzweifelten und aktuell so ziemlich einseitig scheinenden Zuneigung für den besagten Bruder.

Ich habe noch nie zuvor etwas ähnliches für eine Person gespürt, der ich sexuell niemals auch nur ansatzweise nahe war. Ich kann mir das was ich fühle absolut nicht erklären, aber mir ist bewusst, dass mich dieses Gefühl von Innen zerreisst. Ich verzweifle langsam und winde mich in meiner Sehnsucht nach seiner banalen Präsenz hin und her. Ich versuche tagein tagaus eine Lösung zu finden, auch wenn ich leise befürchte, dass es diese aktuell schlicht nicht gibt und auch in Zukunft nicht geben wird. Doch egal wie aussichtslos das alles sein mag, ich kann diesen Menschen nicht aufgeben, niemals. Ich vergesse meinen Stolz für ihn. Eigentlich sollte man für keinen Menschen dieser Welt seinen Stolz vergessen. Ich vergesse meinen Stolz für ihn.

Ich lebe nun so ziemlich genau zwei Monate ohne ihn. Als wir noch zusammen wohnten, war es stets furchtbar, ihn mal ein paar Tage nicht sehen zu können. Um ehrlich zu sein vermisste ich ihn bereits innerhalb der Stunden, die wir beide wochentags auf Arbeit verbrachten und das obwohl wir im Laufe jedes Arbeitstages immer wieder bei WhatsApp texteten und einander E-Mails von unseren Arbeits-Accounts schickten. Ein Mal verabredeten wir uns sogar zum Mittagessen und das obwohl wir ca. 20 Minuten von einander entfernt arbeiten. Auf der riesigen London-Karte schien die zu überwindende Entfernung lächerlich. Wir arbeiteten also „ganz in der Nähe“ von einander, das reichte uns als Grund für ein gemeinsames Mittagessen vollkommen aus. Es war uns natürlich schon bewusst, dass wir uns an dem Tag dieses Lunch-Dates am Morgen und auch wieder am Abend sehen würden, trotzdem machten wir zusätzlich noch einen Treffpunkt um die Mittagszeit aus. So trafen wir uns dann tatsächlich in der Mitte der Luftlinie zwischen unseren beiden Büros, am Ausgang einer Tube-Station, an die ich mich nicht mehr erinnere. Wir beide waren zuvor noch nie dort gewesen und verstanden auf Anhieb, dass es sich ohne Frage um die absolut beschissenste Gegend zum Mittagessen in ganz London handelte, aber das war nun mal wo wir uns trafen und eigentlich war es egal wo wir waren und was wir aßen. So nahmen wir beide unabhängig von einander die Tube und stiegen jeweils ein Mal um, liefen nach Ankunft eine halbe Stunde gemeinsam herum, um ein Restaurant zu finden, aßen dann schließlich irgend etwas relativ genießbares in einer heruntergekommenen aber überteuerten Brasilianischen Kneipe und machten uns anschließend beide auf den Rückweg, um dann nach einer insgesamt zweistündigen Abwesenheit beschämt auf Arbeit aufzutauchen. Bitte versteht mich nicht falsch, liebe Leser, dieses Treffen war rein freundschaflicher Natur. Ich kann es dennoch nicht leugnen, dass ich absolut süchtig danach war und gleichzeitig große Schwierigkeiten damit hatte, ihm tief in die Augen zu schauen, vorallem wenn wir allein waren. Was er fühlte und dachte wird mir wohl für immer verborgen bleiben.

Auch diesen Song schickte er mir mal. Die Message traf mitten ins Herz: 

So schaffte ich es tatsächlich, ihn zu vermissen, während ich mit ihm in einer WG wohnte und täglich mehrere Stunden mit ihm verbrachte. Der Moment an dem er nach Hause kam war magisch. Ich erkannte ihn an dem Geräusch, das seine Schlüssel verursachten als sie energisch in die gläserne Schüssel im Korridor geworfen wurden. Dieser Sound löste bei mir stets leise Euphorie aus. Gleich danach rief er jedes einzelne Mal laut und „rauchig“ zwei Worte in die Wohnung hinein: „EEEEEEEY SVEEEEET“. Und dieses Lächeln, das jedes Mal sein wunderschönes Gesicht umspielte, wenn er mich sah…einfach unbezahlbar. Bitte stellt euch nun vor, als was für eine Ewigkeit mir diese zwei Monate im Vergelich zu den üblichen paar Stunden vorgekommen sein müssen. Es tut so weh, mir fehlen die Worte, um zu beschreiben wie sehr.

Ich hatte ihn nach seiner damaligen Ansage für einige Zeit in Ruhe gelassen, aber irgendwann war ich betrunken und die Sehnsucht überkam mich. Ich shrieb ihm, er antwortete sofort. Wir hatten eine belanglose Konversation, in der wir einander mehrfach fragten, wie es uns geht. Ich erklärte euphorisch, dass bei mir nun alles top sei und er gab zu, dass er zwar „okay“ sei, jedoch nur für den Gedanken lebe, wieder nach Brasilien zu fliegen. Ich sagte viel mehr als er und am Ende ebbte die Konversation einfach ab. Der Moment, an dem er mir zurückschrieb gab mir wieder Hoffnung und ich glaube genau deshalb komme ich jetzt nicht mehr klar. Ich habe mich seit dem mehrfach erniedrigt, in dem ich ihn nach einem Treffen fragte, auch noch mit konkreten Ideen. Meine Nachrichten wurden empfangen und gelesen, zurück kam jedoch nichts. Zudem gab es ja auch noch diese E-Mail, von der ich euch bereits berichtet hatte…

Heute erreichte ich den Gipfel der Würdelosigkeit und rief ihn mit unbekannter Nummer an…Gott sei dank nahm er nicht ab.

Liebe Leser, bitte sagt mir was ich tun soll? Ich muss damit aufhören mich bei ihm zu melden, aber ich kann es einfach nicht lassen. Ich weiß mit 100%-tiger Sicherheit, dass ich für ihn innerhalb des letzten halben Jahres einer der wichtigsten Menschen war. Er stellte mich seinen Kindheitsfreunden und Arbeitskollegen zu deren großem Schock als „beste Freundin“ vor. Ich bin mir sicher, er könnte nicht anders, als mich zu umarmen und wieder mein bester Freund zu werden wenn ich auf ein Mal vor ihm stehen würde. Aber er will es offensichtlich einfach nicht dazu kommen lassen…

Was zur Hölle soll ich nur tun? Würdelosigkeit steht niemandem gut…es ist schäbig. Er muss mich mittlerweile für eine schwache armselige Person halten.  Ich habe überlegt, ihn einfach bis Weihnachten in Ruhe zu lassen und dann spontan anzurufen und mich mit ihm zu treffen. Was haltet ihr von der Idee? Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Wie ist es für euch, Liebe vor Stolz oder Stolz vor Liebe? Ich kann einfach nicht anders als meinen Stolz zu vergessen. Begehe ich damit vielleicht einen schrecklichen Fehler und verliere ihn dadurch immer mehr? Stolz bei Seite. Sollte ich mir nicht vielleicht doch die nachfolgende Weisheit zu Herzen nehmen…?

„Wenn du etwas liebst, lass es los. Wenn es zu dir zurückkommt, gehört es dir für immer. Wenn es nicht zurückkommt, hat es dir nie gehört.“

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