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Die Konkurrenz schläft nicht: Einblick in das Leben einer Singlefrau. 

Das Leben als Singlefrau macht Spass. Das Leben als Singlefrau in London macht sehr viel Spass.

Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Beitrag „Fallin’…? No no no!“. In diesem Beitrag ging es darum, dass man sich während der spannenden Zeit als begehrter Single durchaus mal verknallen kann. Hier ein kleiner Auszug:

„Meist tritt dieser Moment genau inmitten der heiligen Zeit als entspannter, sorgenfreier und hochbegehrter High Heels tragender Kuss-Schlampen-Single ein, noch deutlich vor der Phase, in der man sich sein Kissen umarmend in mehrere Kuscheldecken wickelt, um sich drei Liebesfilme und eine Jim and berry’s Familienpackung reinzuziehen, während man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass der nicht existierende Partner mit einer Tasse heissen Tee in den Raum kommt, den nicht vorhandenen Kamin anheizt, einen in die starken Arme nimmt und auf die Stirn küsst.“

Aktuell habe ich fünf Monate Singledasein hinter mir. Es war eine schöne Zeit und ist es noch immer. Ich geniesse jedes Wochenende und bin wenn ich die Clubs betrete fast genauso euphorisch wie zu Zeiten der ersten Partyphase meines Lebens mit süßen 18 Jahren.

Der Winter rückt jedoch immer näher und ich bekomme heimlich Lust zu kuscheln und ein mir vertrautes Gesicht zu streicheln. Etwas leckeres zu kochen und gemeinsam Tee zu trinken. Zum ersten Mal kommen die Erinnerungen an das letzte Weihnachtsfest mit Niall hoch…wir verbrachten Weihnachten mit meiner Familie und tranken verliebt Glühwein auf sämtlichen Berliner Weihnachtsmärkten.

Ich bin noch nicht bereit für die nächste Beziehung.

Vor ein paar Tagen schickte mir Niall mal wieder meine Post. Ich antwortete „Cheers. Hope you are fine“ und bekam heute morgen die Antwort „No problem. Hope you are good“. Diese Woche werde ich mal wieder mit seiner (und Tristans!) Mutter dinieren, wir machen das ab und zu mal… Als sie mir schrieb und fragte wie es mir gehe, fragte ich sie sofort wie es Tristan geht. Sie antwortete nicht auf diese Frage. Ich wette unsere „unsittliche Verbindung“ war ihr nicht entgangen…

Ich bin noch nicht bereit für die nächste Beziehung.

To be continued…

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Problem gelöst..

Das „Problem“ war so freundlich, sich selbst zu lösen. Am Ende des jahrelangen Schmachtens, Quälens und Kämpfens stehe ich hier nun ohne Problem, ohne Bro und ohne Code. Ich wurde zum ersten Mal seit 10 Jahren und das zweite mal in meinem Leben verlassen, und dabei das erste Mal überhaupt aus angeblich nicht mehr vorhandener Liebe. Bitter.

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Reisende soll man nicht aufhalten.

Lieber Leser, liebe Leserin,

mir ist klar, dass du nach meinen beiden ersten Einträgen verwirrt sein musst. Bitte entschuldige. Ich habe dich in meinem ersten Beitrag in eine Geschichte hineingeworfen, dir diese jedoch nicht mal annähernd zu Ende erzählt, anschließend habe ich dir von einem aktuellen Impuls berichtet, den du noch nicht in der Lage bist einzuordnen. Du sehnst dich nach ein wenig Struktur und Chronologie – ich werde mir Mühe geben dir diese zu bieten, versprochen…

Damit du nicht denkst, dass ich hier völlig strukturfrei unterwegs bin und ohne System, Erklärungen oder Rückblicke drauflosschreibe, werde ich in diesem Beitrag damit beginnen, dir zu erzählen wie alles begann – ich bediene mich hierfür der allwissenden Erzählperspektive.

Es war ein mal ein Mädchen, das gleich nach ihrem ordentlich abgeschlossenen Studium auf Fernreisen ging, um sich selbst zu finden (und auch ein Bisschen um sich endlich von ihrer langjährigen Ex-Beziehung zu lösen). In einem fernen warmen Land war sie lange auf sich allein gestellt, lernte aber auch viele tolle Menschen kennen mit denen sie über kurz oder lang zusammenwohnte, lachte, tanzte, um die Wette schwamm, geheime Inseln ausfindig machte und viel Alkohol aus farbenprächtigen Eimern konsumierte. Dieses realitätsferne Leben gefiel ihr so sehr, dass sie spontan beschloss, sich anstelle von einem Monat gleich für ein Jahr von ihrer Heimat fernzuhalten. Inspiriert von einer fröhlichen Gruppe junger Männer, buchte sie einen One-Way-Flug in ein noch ferneres Land und sollte schon bald einen ihr zuvor noch fremden Kontinent bestaunen dürfen. Bevor sie jedoch in das Flugzeug steigen konnte – 3 Tage NACH dem Erhalt der Flugbestätigung und 3 Tage VOR der Abreise, stieß ihr etwas recht unerwartetes zu. Ausgerechnet nachdem alle Freunde, Bekannte, Lückenfüller und Partylöwen die Insel und/oder das Land verlassen hatten, stand der Geburtstag unserer Protagonistin an. Hierfür entschloss sie sich allein zu der zuvor besuchten Insel zurückzukehren. Gesagt, getan. Sonne, Strand, Ozean, fremde alte Casanovas mit Bart, Träumen, Musik in den Ohren, ein Geburtstag ohne Freunde, Bekannte, Lückenfüller oder Partylöwen, ein paar Tränen, teuere Telefonate nach Hause, ein wenig Skype, kurze „happy b-day-SMS“, geschockte E-Mails, vermissende Ex-Partner, streuende Hunde, Palmen, Wein. Und wieder Strand. Ein Mann wie aus dem Bilderbuch ganz nah. Das Schicksal brachte sie durch die Frage nach einem Feuerzeug (Gott sei Dank rauchte sie damals noch!), ein paar höfliche, kommunikationsfreudige Engländer und schließlich durch die Tatsache, dass es keinen gab, der sich hätte aufgeregt, als das Mädchen sich am Strand von ihm wegsetzte – aus dem einfachen Grund, dass sie dort ganz allein rumsaß – zusammen. Sie blickten sich in die Augen. Sie hatten perfekte 18 cm Größenunterschied. Beide mehr und weniger Grün in den Augen, beide den gleichen leckeren Farbton der Bräune, den gleichen Bildungsgrad, ausgebildet für so gut wie die gleiche Branche, beide voll integrierte Bürger ihrer unterschiedlichen Länder mit mehr und weniger exotischen ausländischen Wurzeln, beide kurz zuvor mit dem Studium fertig, beide frisch von einer langen Beziehung geschädigt, gleich alt, gleich schön, gleich witzig, gleich tiefsinnig, beide Träumer, Verrückte, Exzessive, Romantiker, Freaks, Weirdos, Seelenverwandte. Liebe oh Liebe oh Liebe. So nahm alles äußerst schnell seinen – möglicherweise von einem am Abend zuvor von ihr beobachteten riesigen fallenden Stern prophezeiten – Lauf; sie verbrachten 3,5 Tage und 2 Nächte mit einander. Unter den wachenden Augen der Sonne erbauten sie gemeinsam Bierdosentürme, kommunizierten mit und vorallem ohne Worte, zeichneten einander ihre Beziehungshistorie auf Papier und stocherten tief in den Augen des anderen versunken in sämtlichen asiatischen Gerichten herum.

So fing alles an. So entstand Anfang 2010 die plötzliche Sehnsucht in Richtung London…die mehr als fünf Jahre anhalten sollte.

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