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THE BRO CODE…

Wäre das echte Leben doch nur ein wenig mehr wie „How I met your mother“, dann hätte ich viel weniger Probleme. Wieso können Robin und Barney zusammen sein nachdem Ted und Robin ein Paar waren und Robin Ted’s Herz brach? Wieso können sie wohlmöglich sogar heiraten und wie zum Teufel können sowohl Robin und Ted, als auch Ted und Barney weiterhin Freunde bleiben? Warum existiert der verflixte BRO CODE und wieso macht er mir das Leben so verdammt schwer? Ich muss mich mal wieder für meine Sprunghaftigkeit sowie für das Chaos in meinem Kopf und Herzen entschuldigen… Da schreibe ich ein ganzes Jahr lang nichts und komme auf ein Mal mit ganz anderen neuen Problemen an, die kein Mensch in der Lage sein kann zu verstehen… Ich folgte vor genau einem Jahr kurz nach meiner Ankündigung „I want. I will.“ tatsächlich ohne mit der Wimper zu zucken meinem Herzen: Nach nur einem Monat in der neuen gemeinsamen Wohnung verabredete ich mich mit Reza nach der Arbeit telefonisch auf ein Date im Freien mit dem Vorhaben unserer Beziehung und Wohngemeinschaft noch am gleichen Tag ein Ende zu bereiten. Gesagt, getan. Ich habe diese Wohnung seit dem nur noch ein einziges Mal einen Monat später betreten, um alle meine Sachen mitzunehmen. Vielleicht beschreibe ich dieses ganze Dilemma um Reza bei Gelegenheit mal… Schon einen Monat später fiel ich Niall voller Überwältigung am Flughafen London Gatwick in die Arme und als sich unsere Lippen berührten wusste ich, dass ich alles richtig gemacht habe – zumindest aus genetischer Perspektive. Körperlich gesehen sind wir das absolut perfekte Dreamteam. Seine orientalisch-rassigen geheimnisvollen Wurzeln aus Tausend und einer Nacht gepaart mit der britischen Stämmigkeit, Kraft und Markantheit bringen mein Blut in Sekundenschnelle in Wallung. Er ist der beste Sexualpartner, den ich jemals erleben durfte, ich könnte Monate lang nur von seinem Geruch und dem Geschmack seiner Lippen leben, außerdem scheint eine Umarmung von uns beiden als hätte man unsere Körper millimetergenau auf einander abgestimmt „gebaut“. Ich könnte ewig nur von diesen Dingen schreiben…ich sollte definitiv im Sinne aller weiblichen Leserinnen dieses Blogs auf dieses Thema zurückkommen in naher Zukunft! Auch jetzt ein Jahr später bin ich mir immer noch sicher, dass der „Move“ Reza zu verlassen und mich Niall zu widmen richtiger nicht  hätte sein können. Dieser Move hat dazu geführt, dass ich fünf Monate später nach London gezogen bin, weitere 2,5 Monate später meinen Traumjob gefunden habe und nun in einer Londoner WG mit drei Männern lebe: meinem seit September offiziell festen Freund Niall, seinem Mitarbeiter Tom und seinem leicht jüngeren Bruder Tristan… Fangfrage: Was passiert, wenn man eine Beziehung führt, die zu 88% auf Genetik basiert, und man auf ein Mal fassungslos feststellt, dass diese wunderbaren Gene nicht nur an einen Mann dieses Planeten verteilt wurden, sondern ebenfalls in einer – unglaublicher Weise – sogar optimierten Version an einen zweiten Mann…?

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Reisende soll man nicht aufhalten.

Lieber Leser, liebe Leserin,

mir ist klar, dass du nach meinen beiden ersten Einträgen verwirrt sein musst. Bitte entschuldige. Ich habe dich in meinem ersten Beitrag in eine Geschichte hineingeworfen, dir diese jedoch nicht mal annähernd zu Ende erzählt, anschließend habe ich dir von einem aktuellen Impuls berichtet, den du noch nicht in der Lage bist einzuordnen. Du sehnst dich nach ein wenig Struktur und Chronologie – ich werde mir Mühe geben dir diese zu bieten, versprochen…

Damit du nicht denkst, dass ich hier völlig strukturfrei unterwegs bin und ohne System, Erklärungen oder Rückblicke drauflosschreibe, werde ich in diesem Beitrag damit beginnen, dir zu erzählen wie alles begann – ich bediene mich hierfür der allwissenden Erzählperspektive.

Es war ein mal ein Mädchen, das gleich nach ihrem ordentlich abgeschlossenen Studium auf Fernreisen ging, um sich selbst zu finden (und auch ein Bisschen um sich endlich von ihrer langjährigen Ex-Beziehung zu lösen). In einem fernen warmen Land war sie lange auf sich allein gestellt, lernte aber auch viele tolle Menschen kennen mit denen sie über kurz oder lang zusammenwohnte, lachte, tanzte, um die Wette schwamm, geheime Inseln ausfindig machte und viel Alkohol aus farbenprächtigen Eimern konsumierte. Dieses realitätsferne Leben gefiel ihr so sehr, dass sie spontan beschloss, sich anstelle von einem Monat gleich für ein Jahr von ihrer Heimat fernzuhalten. Inspiriert von einer fröhlichen Gruppe junger Männer, buchte sie einen One-Way-Flug in ein noch ferneres Land und sollte schon bald einen ihr zuvor noch fremden Kontinent bestaunen dürfen. Bevor sie jedoch in das Flugzeug steigen konnte – 3 Tage NACH dem Erhalt der Flugbestätigung und 3 Tage VOR der Abreise, stieß ihr etwas recht unerwartetes zu. Ausgerechnet nachdem alle Freunde, Bekannte, Lückenfüller und Partylöwen die Insel und/oder das Land verlassen hatten, stand der Geburtstag unserer Protagonistin an. Hierfür entschloss sie sich allein zu der zuvor besuchten Insel zurückzukehren. Gesagt, getan. Sonne, Strand, Ozean, fremde alte Casanovas mit Bart, Träumen, Musik in den Ohren, ein Geburtstag ohne Freunde, Bekannte, Lückenfüller oder Partylöwen, ein paar Tränen, teuere Telefonate nach Hause, ein wenig Skype, kurze „happy b-day-SMS“, geschockte E-Mails, vermissende Ex-Partner, streuende Hunde, Palmen, Wein. Und wieder Strand. Ein Mann wie aus dem Bilderbuch ganz nah. Das Schicksal brachte sie durch die Frage nach einem Feuerzeug (Gott sei Dank rauchte sie damals noch!), ein paar höfliche, kommunikationsfreudige Engländer und schließlich durch die Tatsache, dass es keinen gab, der sich hätte aufgeregt, als das Mädchen sich am Strand von ihm wegsetzte – aus dem einfachen Grund, dass sie dort ganz allein rumsaß – zusammen. Sie blickten sich in die Augen. Sie hatten perfekte 18 cm Größenunterschied. Beide mehr und weniger Grün in den Augen, beide den gleichen leckeren Farbton der Bräune, den gleichen Bildungsgrad, ausgebildet für so gut wie die gleiche Branche, beide voll integrierte Bürger ihrer unterschiedlichen Länder mit mehr und weniger exotischen ausländischen Wurzeln, beide kurz zuvor mit dem Studium fertig, beide frisch von einer langen Beziehung geschädigt, gleich alt, gleich schön, gleich witzig, gleich tiefsinnig, beide Träumer, Verrückte, Exzessive, Romantiker, Freaks, Weirdos, Seelenverwandte. Liebe oh Liebe oh Liebe. So nahm alles äußerst schnell seinen – möglicherweise von einem am Abend zuvor von ihr beobachteten riesigen fallenden Stern prophezeiten – Lauf; sie verbrachten 3,5 Tage und 2 Nächte mit einander. Unter den wachenden Augen der Sonne erbauten sie gemeinsam Bierdosentürme, kommunizierten mit und vorallem ohne Worte, zeichneten einander ihre Beziehungshistorie auf Papier und stocherten tief in den Augen des anderen versunken in sämtlichen asiatischen Gerichten herum.

So fing alles an. So entstand Anfang 2010 die plötzliche Sehnsucht in Richtung London…die mehr als fünf Jahre anhalten sollte.

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Boys oh boys.

Ich bin ein seit einem Jahr und vier Monaten fest vergebenes 29-jähriges „Mädchen“ und ich habe ein Problem oder auch eine Herausforderung, mit der ich mit Sicherheit nicht alleine bin. Alle von uns Nicht-Mehr-Kindern waren bereits in einer Beziehung, fast alle in mehr als nur einer und da die Beziehungen es so an sich haben, dass sie oft in die Brüche gehen, mussten wiederum die meisten eine Trennung durchstehen, wobei der eine oder andere das Ende der besagten Beziehung (wie vielleicht ich bald) seinen eigenen Zweifeln oder Taten zu verdanken hatte. Es gibt tatsächlich die Möglichkeit, dass meine Beziehung in die Brüche gehen könnte, weil ich Gefühle für zwei Männer gleichzeitig habe, für zwei Männer die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mit dem einen bin ich seit 19 Monaten zusammen und den anderen habe ich seit 19 Monaten nicht mehr getroffen. Nun bin ich an dem Punkt, an dem ich mich frage, ob ich vielleicht mit dem einen nicht mehr zusammen sein und den anderen wiedersehen sollte. Kurz zu den beiden Objekten meiner unbeständigen Begierde… Stellen wir uns beide gemeinsam am Strand vor – wobei wir klar davon ausgehen, dass diese beiden Personen niemals Freunde sein würden, sodass sie auch nie gemeinsam am Strand vorzufinden wären. Der eine – nennen wir ihn mal Reza – würde sich sein ordentlich zusammengefaltetes mit neunzig Grad und viel Weichspüler gewaschenes Handtuch sorgfältig hinlegen und sich vorsichtig darauf setzen, stets bemüht den Sand nicht zu berühren und Sandkörner von dem feinen Tuch fern zu halten. Die erste halbe Stunde würde er sein Trikot, mit einem dem Schweiss entgegenwirkenden Unterhemd darunter, anbehalten. Der andere – ich taufe ihn auf den Namen Niall – würde sein Handtuch auf seinen T-Shirt freien Schultern zum Strand transportieren und dieses lässig auf den Boden werfen und sich daneben fallen lassen. Er würde den Sand durch seine Hände rieseln lassen und entspannt die Augen schließen, dabei vielleicht etwas summen. Wenn beide beschließen würden ins Wasser zu gehen, dann würde Niall einfach reinrennen und wegkraulen, und sich dann irgendwo in der Tiefe auf den Rücken treiben lassen. Reza jedoch würde eine umfangreiche Prozedur über sich ergehen lassen, bevor er sich dem Wasser nähern würde. Er würde sich sorgfältig Ohrstöpsel in den Ohren präparieren, eine Badehaube anziehen und natürlich auch seine Schwimmbrille mitnehmen, anschließend sich strategisch rundum befeuchten und dann losschwimmen, um sich eine Stunde lang systematisch dem Schwimmsport in allen seinen Facetten zu widmen, konsequent ohne Unterbrechungen. Ich könnte noch zahlreiche Vergleiche aufführen und das werde ich im Verlauf dieses Blogs auch, aber es geht hier nicht explizit um die beiden Männer mit allen ihren Pros und Cons. Es geht viel mehr um die Fragen, die ich mir selbst stelle, um mich selbst zu verstehen und mich richtig zu entscheiden. Ich möchte es vermeiden, dass ich einem Impuls – so stark dieser auch sein mag – nachgehe und mein Leben umschmeisse und am Ende begreife, dass der Impuls tatsächlich lediglich ein Impuls war und das alles nicht wert. Somit werde ich meine Problematik erörtern, wie man es in der Schule oder im Studium gelernt hat – oder so ähnlich. Lieber Leser, bitte lasse dich von meinem (an dem heutigen sonnigen Tag) humorvollen Umgang mit dieser Situation nicht täuschen: Das Thema ist mir ernst, es liegt mir buchstäblich am Herzen. Ich versuche dennoch meine Lage mit Humor zu sehen, so oft es eben geht. Auf geht’s.

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