Personal Challenges, Relationship

Sei kein Chamäleon.

Note to Self: In der Lage zu sein, dich an unterschiedlichste Situationen und Menschen anzupassen ist großartig. Noch beeindruckender ist es jedoch, sich zu trauen, du selbst zu bleiben, ganz unabhängig davon, was passiert oder wer dir gegenüber steht. Aber was ist dieses „du selbst“ eigentlich?

Die Ausgangssituation ist wie folgt:
Ich bin 33 Jahre alt, komme ursprünglich aus der Ukraine und bin seit ich 8 Jahre alt bin hier in Deutschland, vor Kurzem habe ich 4 Jahre lang in London gelebt und gearbeitet, was quasi bedeutet, dass ich zwei Immigrationen hinter mir habe (eine unfreiwillige und eine aus eigenen Stücken). Meine Eltern sind einfache Menschen aus dem Mittelstand. Sie sind Akademiker, die sich jedoch in ein Land begaben, dessen Sprache sie bis heute nicht vollends beherrschen. Gleichzeitig sind sie Künstler, deren Arbeit zum Teil auch sozialer Natur ist.

Ich war ein Kind das mit 5 Jahren lesen konnte und die Schule liebte – na ja zumindest bis zur 7. Klasse, wo ich dann cool sein musste um endlich Freunde zu finden. Ich hatte in meinem Leben so ziemlich jedes Hobby – Lateinamerikanischer Turniertanz, Salsa, Zumba & Ballett, Theater, Singen, Basketball, Malen, Tae Kwon Doe, Boxen, Schwimmen, Eiskunstlauf, Kreatives Schreiben, Fitness, Klavier & Gitarre und so ziemlich alles, was man sich sonst noch vorstellen kann.

Ich habe bereits eine Menge erlebt, würde ich mal behaupten; ich bin in unterschiedlichste Länder (vielleicht so an die 30) gereist und habe dort einiges an Abenteuern hinter mich gebracht mit Menschen verschiedenster Altersgruppen, diverser Kulturen und Religionen.

Meine Freunde, die sich mittlerweile so ziemlich auf dem gesamten Globus verteilt haben, sowie meine verflossenen Lieben und ehemalige Partner stammen so ziemlich aus allen Kulturen dieser Welt. Mensch ist Mensch, und meiner Meinung nach je farbenfroher und gemixter desto besser. Ich spreche Deutsch, Englisch, Russisch und Italienisch fließend, verstehe Spanisch, Französisch, Ukrainisch und kann Worte und Sätze in Iranisch, Türkisch, Arabisch…

Ich habe mir meine Freunde und meine Partner nicht nach dem Gehalt ihrer Eltern  oder der Größe ihrer eigenen Brieftasche ausgesucht. Und ich muss sagen auch nicht nach ihrem Gesellschaftsstand oder ihrer „Klasse“. So war ich sowohl mit einem absoluten Genie zusammen, der meherere Universitätabschlüsse hat und jetzt eine riesige Business Analytics Abteilung leitet und wahrscheinlich 100.000 Euro verdient, als auch mit einem Hauptschüler, der jetzt bestenfalls Chefkellner in einem italienischen Durchschnittsrestaurant ist. Meine große Liebe hatte Abitur und jobbte damals bei Media Markt. Die Familien meiner Männer hätten nicht unterschiedlicher sein können. Vom Alter her gab es ebenfalls von 5 Jahre jünger bis 5 Jahre älter usw., ich habe halt einfach stets auf den Menschen geachtet und nicht auf die Stats drumherum. Auch meine Freunde sind so ziemlich alles, was man sich so vorstellen kann…Architekten, Projektleiter, Unternehmensberater, Hausfrauen und Mütter, Lehrer, Unternehmer, Ärzte, Künstler, Sozialarbeiter, Studenten oder auch mal Hartz V Empfänger mit Einkommen von 20.000 bis über 100.000 Euro jährlich.

Ich bin ursprünglich Christlich Orthodox, meine Eltern arbeiten jedoch in einer Evangelischen Kirche, die Eltern von meinem Vater sind Katholisch, ich bin mit russischen Juden und Moslems aufgewachsen. Ich kenne Koscher und Halal, kann Sunniten, Schiiten, Aleviten unterscheiden und habe Freunde jeder dieser drei Glaubensrichtungen des Islams. Meine eigene Beziehung zu Religion ist recht frei und offen, ich glaube an Gott, an das Universum, an die Weisheit jeder der Religionen und gleichzeitig stehe ich organisierter Religion kritisch gegenüber. Buddhismus ist ziemlich cool, sicherlich eine Religion von der man sich einiges abgucken könnte.

Ich habe an einem konservativen Charlottenburger Gymnasium mein Abitur gemacht, aber die meinsten meiner Freunde gingen ab auf das OSZ. Ich habe lange Zeit in Moabit und Kreuzberg gelebt, mit Leuten vom Halleschen Tor abgehangen, habe wie eine Tussi geredet und mich angezogen, während ich mit 19 jedes Wochenende im Havanna feiern war.

Ich habe an einer privaten Universität Kommunikationsmanagement studiert, wo einige der Kids von deutschen und internationalen Internaten kamen. Sie haben mich ab und zu mal liebevoll Ghettokeule genannt, während meine Freunde mich auslachten, weil ich mir von meinen Kommilitonen („den Zugezogenen“) mehr und mehr den Stuttgarter Dialekt abguckte.

Anschließend folgte dann eine achtjährige Karriere in der Kreativbranche und im Marketing unterschiedlicher Agenturen und Firmen. In den 5 Agenturen hatte ich meist mit intellektuellen, kreativen und fähigen Leuten zu tun. Auf Kundenseite im Marketing kam es auf die Industrie an…in der Fashionindustrie eher mit hippen internationalen Kids, in der Yachtindustrie mit Kindern reicher Eltern oder mit produktiven britischen Mittelständlern, in der Hotelindustrie eher mit konservativen Angestellten. Ich habe in Deutschland und England gearbeitet und war auf Geschäftsreisen in USA, Montecarlo, Holland und in sämtlichen deutschen Städten und per Skype sicherlich in weiteren 10 Ländern.

Und nun zur Problemstellung:
Jedes Mal wenn ich in einer Beziehung oder einer Freundschaft bin, oder auch wenn ich neue Leute kennenlerne, bin ich ein verfluchtes Chamäleon! Ich nehme es mir nicht vor, ehrlich, sogar ganz im Gegenteil, aber es passiert einfach ganz automatisch, dass ich mir sogar unterbewusst das ganz bestimmte ICH (mit den relevanten Erfahrungen etc.) herauspicke, welches in der entsprechenden Situation am idealsten passt und ich färbe mich direkt mal in die Farbe dieses ICHs. Dabei blende ich den ganzen anderen doch recht vielfältigen „Mist“ aus, somit bin ich dann mit dieser bestimmten Person von dem Punkt an dieses eine ICH, anstatt dieses viel zu widerlich facettenreiche ICH zu sein, welches ich doch eigentlich bin.

Meist passiert das alles wenn ich mich einer Person überlegen fühle und verhindern will, dass ich sie/ihn mit dem ganzen Quatsch einschüchtere, so schalte ich 80% von dem Gedönst aus, wobei ich mich jedoch wie eine Heuchlerin fühle und es frühestens ein großes Problem gibt, wenn wir dann gemeinsam einer Person oder einer Gruppe begegnen, bei der ich mehr als nur 20% von mir benötige…CLAAAASHHHH

Andererseits kann es ebenfalls sein, dass ich mich einer Person unterlegen fühle oder einfach der Meinung bin, dass die Person aus einer gehobeneren Gesellschaft  kommt als ich und mit ein paar der Welten, die ich kenne nicht vertraut ist und vielleicht auch sein will. In so einem Fall schließe ich automatisch den Teil von mir ein, der ins Havanna ging und manchmal ausversehen ein leichtes „isch“ anstatt „ich“ sagt, und dessen Vater manchmal die Suppe schlürft weil sie doch angeblich so unerträglich heiß ist. Und übrig bleibt nur das gebildete ICH, welches die Welt gesehen hat und eine top Karriere hinlegt…

Und wenn es dann mal eine Person ist, die zwar ungefähr auf dem selben „Level“ zu sein scheint, jedoch keine Soziale Schizophrenie aufzuweisen scheint…dann reduziere ich mich prophylaktisch einfach mal auf ca. 40% von mir, einfach nur um nicht zu nerven und für ein Bisschen Simplicity zu sorgen. Wenn ihr diesen Beitrag bis hierher gelesen habt, versteht ihr warum…es nervt einfach und kommt beschissen arrogant rüber, wenn man doch ach so vielfältig ist oder so rüberkommt, als wäre man es gern (wobei man es doch – KEIN SCHEISS – aufgrund von seinem crazy Leben einfach mal wirklich ist).

Ihr wollt euch gar nicht meine Geburtstage vorstellen…ich habe mich schon mein Leben lang gefragt, wie es bitte geht, dass Menschen Cliquen haben, in denen alle Leute einfach mal gleich drauf sind? Symbiose und so…<3 von wegen.

Und die Lösung?
Okay, vielleicht ist es ja tatsächlich eine Art Sozialer Schizophrenie, oder so? Macht ihr das auch so? Ist es normal, sich zu verstellen und zu reduzieren und ein fucking Chamäleon zu sein? Wenn nein, was wäre dann die Alternative, bittesehr? Was wäre denn, wenn ich selbst nicht wüsste wer oder was ich bin…ich kann nämlich alles sein…ICH BIN ALLES?! Und wenn ich selbst nicht weiß, wer ich bin, wie finde ich dann einen Partner, der zu mir passt, bei dem ich ICH SELBST sein kann, dieses „Ich selbst“, welches es doch gar nicht wirklich gibt…?

Ich glaube dieses doch recht komplexe Problem lässt sich so einfach nicht lösen, aber zumindest war der Artikel doch ganz hilfreich zur Reflektion des Problems. Wahrscheinlich werde ich ab heute aufhören mich selbst dafür zu verurteilen, dass ich einen auf Chamäleon mache, denn es scheint so, als ob ich tatsächlich ein Chamäleon bin. Wieso dann nicht einfach zu allen meinen Farben stehen. Wem es zu bunt wird, der kann gehen. Oder, was sagt ihr?

 

 

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Love, Personal Challenges

World, go fuck yourself.

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Fick dich Welt! Fickt euch alle! Fick Konventionen, fick Regeln, fick „normal“, fick „Gesellschaft“!

„Gesellschaft“ – was ist das überhaupt? Ein Haufen Spackos, die alle (mit ein paar Ausnahmen Gott sei Dank) versuchen möglichst gleich auszusehen, sich gleich zu verhalten und die gleichen unausgesprochenen und ausgesprochenen und aufgeschriebenen Gesetze zu befolgen, um alles auf dieser Welt möglichst langweilig und gleichförmig zu gestalten.

Hier kommt „my confession“ aka „the hot shit, the crazy shit, the ugly shit“. Zerreisst euch die Mäuler, kauft euch einen Lolly, ich scheiße auf alles…

Ich bin 33 Jahre alt (cooles Alter, nicht?) und ich habe meinen beschissenen 2.700 Nettoeinkommen-Lukrative-Agentur-Büro-Senior-Position-Job geschmissen und habe angefangen inmitten 20-Jähriger Schauspiel zu studieren. Zudem habe ich mich in einen 17 Jährigen verliebt und mache Liebe mit ihm. Jap, wir haben Sex, heißen, leidenschaftlichen verdammt guten, liebevollen Sex. True Story. Und ja, es ist legal, verdammt. JETZT kauf dir davon einen Lolly, renn schnell los.

Es ist lustig wie unsere Welt funktioniert. Alle Ameisen spielen verrückt und können es einfach nicht akzeptieren, dass ich so etwas tatsächlich gewagt habe. Wie heftig, wie furchtbar, wie unmöglich. Hey, aber wenn jemand einem erzählt, dass er gestern Ketamin, Koks und MDMA geschmissen hat, dann ist keiner geschockt. Denn das widerum ist absolut normal in unserer Gesellschaft. Unsere feine Gesellschaft…ich bin so stolz Teil dieser Gesellschaft zu sein. Bravo, wir sind kurz vor dem Abgrund. Nur eine Arche haben wir nicht…vielleicht lediglich Putin oder Trump oder beider oder so. Abramowitsch vllt.?

Hate bei Seite meine Lieben. Natürlich geht dieses ganze Dampf ablassen nicht gegen euch meinen lieben Leser. Ich musste einfach ausrassten und euch erzählen, was ich mal wieder geschafft habe anzurichten. Ich schaffe es einfach beim besten Willen nicht der Norm zu entsprechen, dabei dachte ich immer ich sei konservativ…

Seit drei Monaten studiere ich nun Schauspiel und ich muss sagen es verändert mich so sehr. Es nimmt mir meine Verklemmtheit, es nimmt mir meine Vorurteile, es frisst mich auf und ich fühle mich mehr und mehr neugeboren. Je länger ich es mache und desto mehr ich lerne, desto mehr habe ich (so kitschig und abgedroschen es auch klingen mag) das Gefühl, dass ich GAR NICHTS WEISS. Es ist eine Welt voller Phantasie und Liebe und Nähe zum Menschen, es ist eine Welt die ganz anders ist, die ihre außenstehenden Zuschauer buchstäblich dazu einlädt zu verurteilen, denn was wäre Kunst ohne den Faktor die Menschen zu begeistern, aufzuwühlen, zu schocken, zu PACKEN?

Je länger ich es mache, desto weniger passe ich in die Gesellschaft, desto verrückter werde ich – JA, noch verrückter als ich vorher schon war und das soll schon etwas heißen! Und damit muss man erstmal klarkommen… Ich will alles tun, um damit klarzukommen, ich will die Stärke in mir finden, damit klarzukommen, wie andere Menschen damit klarkommen, weil sie damit klar kommen müssen, z.B. Menschen, die „anders“ auf diese Welt gekommen sind und dafür von der langweiligen „normalen“ Gesellschaft verurteilt oder auch nur schief angeguckt werden. Genau diese Menschen will ich von nun an feiern! Ich will sie feiern, weil sie den Mut haben, anders zu sein, weil sie große Eier haben anders zu sein, inmitten all der Barbies und all der Wichser in Hemdchen und Anzügchen.

Fick dich Norm! Wacht auf, Leute, seid wer ihr seid, ich weiß, dass ihr wohl kaum diese graue Masse sein wollt, es ist nur einfacher, es ist mit weniger Hindernissen, mit weniger Konfrontation verbunden. Man will sich ja nicht unnötig selbst Steine in den Weg legen, nicht wahr? Lieber schön grinsen und im Büro die Fresse halten.

Ich werde es mir zur Mission machen, so viele von euch wie möglich aus den Zellen zu befreien, in die ihr euch selbst eingesperrt habt, ich verspreche es euch. So wie ich mich selbst gerade in diesem Moment versuche zu befreien… Es ist nicht einfach, es nicht bequem, it sucks man, it really does. It sucks so much that you want to throw up. Everyone is watching you, everyone is thinking something (fuck knows what they are thinking), everyone is shocked… shocked to see that you are not trapped anymore but that you are actually nearly having fun there in the midst of life. They are super surprised to see you enjoying yourself and doing things that are not logical, not „normal“ (What the hell is NORMAL, people, what is normal? Please do tell me if you shall have the answer!), things that aren’t right according to some motherfuckers who once wrote rules down…

Now ask yourself: Who will profit from you hiding yourself, from you not being the real you, who will be happy seeing you suffer, seeing you neglecting your soul, your heart, your thoughts, your very personal beliefs? WHO?

In the end you are the one to suffer. And they all just pass by and have forgotten about you within seconds no matter what awkward thing you did or how much you shocked them. Everyone just cares about themselves in the very end, so why not just being YOU with all your akward flaws, with all your embarrasing behaviours and what ever the hell you want or have to offer the world.

So why not just quit that well paid job with beautiful business cards and study acting with 33 years old and adore every single day of your new life – whilst other people have babies and houses and debt and think that they have made it. Or why not just love and make love to a 17 year old beautiful, talented, amazing actor, whos thoughts are million times more interesting than those of some 30 year olds – whilst other people have given up on real love and passion and just hang in their boring lives being scared to lose their „security“ (there isn’t any guarantee for anything in life, baby, and you know it as much as I do)…

Be brave people. Brave to do what ever the FUCK you want in life. Create some exciting stories for your grand children to tell when you lay there and know it’s about to be over. Don’t you want them to think „Damn, grand dad/mother was a badass“?!

Es lebe das Leben! Peace out.

 

 

 

 

 

 

 

 

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